Eine Beitragserhöhung erwartet die Grundstückseigentümer und Einwohner 2015 im Unterhaltungsverband Stremme-Fiener Bruch. Die Kosten entstehen durch die Abstufung von Gewässern erster- in Gewässer zweiter Ordnung.

Genthin/Burg l Zum 1. Januar 2015 werden von den fünf Gewässern erster Ordnung, die es im Gebiet des Unterhaltungsverband Stremme-Fiener Bruch gibt, drei in die zweite Ordnung abgestuft. Dies bedeutet, dass nicht mehr das Land Sachsen-Anhalt, sondern der Unterhaltungsverband für die Unterhaltung dieser Gewässer zuständig ist.

Konkret handelt es sich bei den abgestuften Gewässern um den Torf-Schifffahrtskanal (Mühlengraben), die Hauptstremme und die Schlagenthiner Stremme. Zu bewirtschaften sind dann 31,1 Flusskilometer mehr. Die daraus entstehenden höheren Unterhaltungskosten pro Hektar liegen zwischen 1,05 bis 1,07 Euro, welche die Grundstückseigentümer zahlen müssen, davon werden zehn Prozent auf jeden Einwohner des Einzugsgebiets zukommen. Durch zunehmende Abwanderung aus dem Stremme-Fiener Gebiet ist der Beitrag pro "Kopf", derzeit von 2,67 Euro für das kommende Jahr nicht haltbar.

Zudem werden aufgrund des Landeswassergesetzes von 2013 auch auf die verbleibenden zwei Gewässer erster Ordnung Gebühren erhoben. Einwohner in den Gebieten von Fienerode bis zum Elbe-Havel Kanal und Tucheim über Parchen, die bisher nicht zahlen mussten, werden dann in die Geldbörse greifen müssen. "Hauptsächlich handelt es sich dabei um landwirtschaftliche Flächen", so Verbandsgeschäftsführer Lothar Koch.

Nur der Verwaltungsaufwand bleibt

Die Beiträge, welche der Unterhaltungsverband für die verbleibenden zwei Gewässer erster Ordnung ab 2015 zusätzlich erheben muss, muss er an das Land abgegeben, lediglich für den Verwaltungsaufwand darf der Verband Stremme-Fiener Bruch 15 Prozent einbehalten. Die rechtliche Grundlage zur Erhebung ergibt sich aus dem Wassergesetz von 2013, für den Unterhaltungsverband nicht nachzuvollziehen, aber gesetzlich so festgelegt.

Unterstützende finanzielle Zuwendungen vom Land wird es nicht geben. Bevor die drei Gewässer erster Ordnung jedoch in den Bestand des Unterhaltungsverbandes Stremme-Fiener Bruch übergehen, muss gemeinsam mit dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) die gut 31 Kilometer lange Strecke entlang dem Mühlengraben, der Haupt- und Schlagenthiner Stremme auf beiden Uferseiten abgelaufen werden, um sich vorliegende Probleme anzuschauen, Unterhaltungsvorhaben abzuklären, und weiter eine steigende finanzielle Belastung des Haushaltsvolumens auszuschließen. Diese soll zeitnah möglich gemacht werden.

Die zusätzliche Beitragsfläche von 1000 Hektar bringt in der Haushaltsplanung etwa 10 000 Euro mehr Einnahmen, jedoch verschlingt die Bewirtschaftung der zusätzlichen 30 Kilometer dann insgesamt über 80 000 Euro.

Im Haushaltsplan des Verbandes sind für dieses Jahr 2500 Euro weniger vorgesehen, begründet durch die derzeit geplanten Vorhaben. "Ausnahmefälle wie das Hochwasser 2013 sind dort nicht eingeplant", berichtet der Verbandsgeschäftsführer. Die Bilanz des letzten Jahres ist eine Nulldifferenz. "Dies ist auch der unbürokratischen und schnellen Kostenübernahme bei den Hochwasserschäden durch das Land zu verdanken", betont Koch.

Der Beitrag von 2,67 Euro pro Kopf für das Jahr 2014 zu 2,53 Euro für das Jahr 2013 spiegelt bereits das Problem des demographischen Wandels in der Region wider, das sich auch im Vergleich der Einwohnerzahlen 2013 und 2014 belegen lässt.

Während im vergangenen Jahr noch insgesamt 27 506 Menschen in den zum Unterhaltungsgebiet gehörenden Gemeinden Burg, Elbe-Havelland, Elbe-Parey, Genthin, Jerichow und Möckern lebten, sind es jetzt 836 weniger Beitragszahler. Die Prognose für 2015 ist eine noch geringere Einwohnerzahl. "Wir hoffen jedoch, dass es nicht ganz so viele sein werden", sagt Koch.

Zur Unterhaltung von Gewässern zweiter Ordnung gehören die Krautung, um zum Beispiel Frühjahrshochwasser abzuführen. Weiterhin die Grundräumung, also das Entfernen abgestorbener organischer Substanzen vom Gewässerboden in den Wintermonaten, und Pflegeschnitte im Holz, die bis Ende Februar im Gewässer und dem unmittelbaren Uferbereich vorgenommen werden. Insgesamt werden auf diese Weise die Gewässer zweiter Ordnung auf einer Gesamtlänge von zirka 1050 Kilometern gepflegt.