Es wird ein vollgepackter Sonntag wie selten - der 25. Mai. Abgestimmt wird nicht nur über das Europaparlament, sondern auch über den Kreistag, den künftigen Landrat, den Stadtrat und die Besetzung der Ortschaftsräte. Schon wegen dieser Vielzahl an Wahlen wird in der Stadtverwaltung seit Wochen geplant.

Burg l Nur mit akribischer Vorbereitung kann der Wahlsonntag reibungslos über die Bühne gebracht werden - bis spät in die Nacht oder gar in den frühen Morgen. Immerhin geht es diesmal um fünf separate Wahlen, die allesamt ihre eigene Bedeutung haben. Vollgepackt mit Gesetzlichkeiten und Vorschriften muss der neue Stadtwahlleiter Bernhard Ruth mit seinen vier Mitstreitern alle Details besprechen und organisieren. "Angefangen von den vielen Bekanntmachungen mit ihren Fristen bis hin zu Festlegungen der Wahllokale", sagt Ruth. Im Hinterkopf ist für ihn klar: "Vergessen werden darf nichts, das hätte gravierende Folgen."

Vom Zeitplan her ist die Mannschaft aber auf einem guten Weg. 16 Wahlbezirke mit je einem Wahllokal wird es geben (bei der Bundestagswahl waren es zwei weniger). Grund für diese Änderungen seien auch Hinweise von Bürgern gewesen, um allzu weite Wege zu ersparen. "Die einzelnen Zuordnungen der Straßen erfolgt in diesen Tagen", erläutert Ruth. "Wir stecken jetzt in der Feinplanung."

Fest steht indes, dass in Burg und Ortschaften 20 095 Bürger (ab 18 Jahre) die Zusammensetzung des Europäischen Parlamentes mit bestimmen, dem 96 Kandidaten aus Deutschland angehören werden (insgesamt 751 Sitze). Bei den Kommunalwahlen und der Landratswahl sind es 20 539 Wahlberechtigte. Sie alle werden entsprechend informiert. "Mit dem Hinweis, wo sich das jeweilige Wahllokal befindet", ergänzt Ruth.

Eine der wichtigsten Herausforderungen für diese Wahl ist die Besetzung der einzelnen Wahlvorstände - insgesamt 17 mit Briefwahlvorstand. Neben dem jeweiligen Wahlvorsteher gehören acht Beisitzer zu einem Gremium. "Unterm Strich ist dafür ein großer personeller Aufwand nötig", erläutert Ruth. Etwa 170 Wahlhelfer müssen an diesem Super-Sonntag im Einsatz sein. Obwohl nahezu alle Mitarbeiter der Stadtverwaltung, etwa 80 bis 90, präsent sind, hofft Ruth auch darauf, dass Beschäftigte von Behörden, die in Burg wohnen, ebenfalls mit anpacken. "Und natürlich freuen wir uns über jeden Freiwilligen, der helfen will", versichert Ruth. Ein so genanntes Erfrischungsgeld wird gezahlt. Willkommen ist jeder, der nicht selbst kandidiert oder als Vertrauensperson fungiert. Anmeldungen und Nachfragen sind unter den Telefonnummern (03921) 921-201, 921-202 bei Bernhard Ruth oder Alexander Tippelt möglich.

Wer am Wahlsonntag übrigens auf die Ergebnisse der lokalen Bewerber hofft, muss auf jeden Fall Geduld haben: Ausgezählt wird zuerst die Europawahl, dann folgen Kreistag, Landrat, Stadtrat und die Ortschaftsräte. Zeitnah werden alle Ergebnisse auf der Internetseite der Stadt (www.stadt-burg.de) veröffentlicht.

Auch die Parteien und Wählergemeinschaften gehen allmählich an den Wahl-Start. Die CDU ist seit Ende 2013 intensiv mit dem Thema beschäftigt, sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Clemens Engel. Wie bei der vergangenen Wahl soll wieder mit rund 40 Kandidaten angetreten werden. "Aufgrund der hohen Mitgliederzahl dürfte dies auch zu schaffen sein."

"Wir werden ungefähr mit 20 Kandidaten zur Stadtratswahl antreten", kündigt SPD-Ortsvereins- und Fraktionschef Heiko Jerkowski an. Auf der Liste werden auch wieder Kandidaten stehen, die nicht Parteimitglied sind. Die amtierenden Stadtratsmitglieder hätten alle ihre Bereitschaft für eine Kandidatur signalisiert.

Ganz soweit in der Vorbereitung ist die Linke noch nicht. Dieses Thema werde in den nächsten Tagen und Wochen ausführlich beraten, kündigt Stadtratsfraktionsvorsitzende Barbara Scheppe an. "Wir diskutieren intensiv und werden ganz sicher wieder gute Bewerber stellen."

Das meint auch Frank Endert von den Freien Wählern/Endert-JL: "Unsere Wählergemeinschaft wird mit bekannten Männern und Frauen antreten, die die Interessen der Bürger vertreten.