Gommern l Die Ampel an der Kreuzung der Bundesstraße 184 und dem Abzweig in Richtung Pöthen zählt wohl zu den unbeliebtesten in der Einheitsgemeinde Gommern. Autofahrer, die von Magdeburg aus nach Pöthen abbiegen wollen oder von den Zubringern aus Gommern oder Pöthen auf die Bundesstraße wollen, brauchen Geduld. Die Wartezeit ist an diesen Ampel spürbar erhöht. Vielen scheint diese Zeit zu lang zu sein. Sie ignorieren die Rotphasen. Das hat die Polizei bemerkt und die Kontrollen an dieser Stelle seit Mitte Januar verstärkt.

Für Dietmar Schellbach, Leiter des Polizeireviers Jerichower Land, ist das Fahren trotz Rot eine ernste Sache. Und nicht nur für ihn: "Für deutsche Verhältnisse sind die Strafen dafür sehr empfindlich. Das zeigt, was für eine Gefahr das Fahren trotz Rot birgt", betonte der Polizeioberrat, der seinen Dienst 2011 auch mit dem Vorhaben angetreten hat, die Zahl der Unfälle mit schweren Folgen zu senken.

Kurz nachdem die Volksstimme über die verstärkten Kontrollen berichtete, schrieb Leserin Renate Rettig aus Gommern an die Polizei: "Für die tägliche Nutzung stellt diese Ampel für alle, die diese Kreuzung tangieren müssen, wegen unnötigen Wartens in Verbindung mit der Vergeudung von Geduld, Zeit und Geld ein Ärgernis dar." Ohne das Fahren bei Rot rechtfertigen zu wollen, sei die Ampelphase mit sechs bis acht Minuten einfach zu lang, argumentierte sie. So wie sie sehen es sicher viele.

Der Polizeioberrat antwortete ihr daraufhin, er fahre fast täglich über die Kreuzung. "Auch ich habe manchmal das Gefühl einer verhältnismäßig langen Rotphase aus Richtung Gommern oder Vehlitz. Ich habe bereits vor längerer Zeit mit meinem Leiter des Revierverkehrsdienst das Problem erörtert und ihn beauftragt, sämtliche Ampelschaltungen an der B 184 im Bereich Gommern auf Ausgewogenheit zu überprüfen." Erste Gespräche seien dazu mit dem Landkreis bereits erfolgt.

Zudem haben die Polizisten die Ampelphasen gemessen. Die Ampel aus Richtung Pöthen sei frühestens nach 41 Sekunden und längstens nach 1,33 Minuten umgesprungen. Für die Linksabbiegerspur wurden Zeiten von 60 Sekunden wenigstens und 70 Sekunden als Höchstwert gemessen.

"Das war keine offizielle Messung, sondern die Kollegen und ich auch haben das mit unseren Handys gestoppt. Allerdings gibt es eine Tendenz an, wie lange die Phasen wirklich sind", so Schellbach. Sie wurden zu verschiedenen Zeiten bestätigt. "Die Fahrzeuge müssen nah an die Begrenzungslinie fahren, um über die Induktionsschleife den Impuls auszulösen", erklärte der Polizist. Zudem werden Wartezeiten gerade beim Autofahren als länger empfunden, als sie seien.

Dennoch betonte er: "Wir werden weiterhin die Einhaltung der Bestimmungen an Lichtzeichenanlagen überwachen, und zwar nicht nur an den besagten Kreuzungen, sondern im gesamten Landkreis. "Schließlich seien bei jeder Kontrolle Verstöße festgestellt worden. Mit dem Kreis werde überprüft, ob die Ampeln optimal eingestellt sind.

Das stellt auch Renate Rettig zufrieden. Sie werde die Sache weiter beobachten und hoffe auf eine Besserung der Situation - wie sicher viele andere auch.

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