Der Industrie- und Gewerbepark ist das wirtschaftliche Herz der Stadt Burg und das größte Wirtschaftsgebiet im Kreis. Seine vor 20 Jahren begonnene Entwicklung ist eine Erfolgsgeschichte.

Burg. Als ein "Ausnahmegewerbegebiet", das aus einem Acker entstanden sei, bezeichnete Sven Röhrich, mit Kay-Ebe Schnoor Vorsitzender des Burger Industrie- und Gewerbeparks (BIG), die Wirtschaftszone an der B 246a. "Was mich besonders bewegt, sind die Menschen, die das geschaffen haben." Mit der Wirtschaft entstünden Arbeitsplätze und im Endeffekt Heimatgefühl. "Die Vision blühender Landschaften, so provokant es klingt, steht beispielhaft für das, was in Burg entstanden ist." Röhrich ist zuversichtlich, dass sich der Standort weiter entwickelt.

"Es ist ein für mich bewegender Tag", hob Wolfgang März, vor 20 Jahren Landrat im Kreis Burg und heute Hauptgeschäftsführer der IHK Magdeburg, hervor. Neben dem Umkrempeln von System und Verwaltung in der Noch-DDR des Jahres 1990 sei die Wirtschaftsförderung die wichtigste Aufgabe gewesen. Amtsleiter Manfred Besecke sei dabei der damals wichtigste Mitarbeiter gewesen. Nicht alle hätten im Kreis mitgezogen. Bürokratie und Treuhand hätten enorme Probleme bereitet. Doch das Ergebnis spreche für sich. "In Burg sind blühende Landschaften zum Anfassen entstanden." Dass dennoch nicht alles funktioniert, benannte März auch: Die zweite Ausbaustufe des Unternehmens Pro Papier sei nicht in Burg gebaut worden, sondern in Frankfurt/Oder.

März würdigte den mutigen Schritt von Kay-Ebe Schnoor, mit seiner Familie von der Nordseeinsel Husum nach Burg zu kommen. "Er hat mich in der Gewissheit bestärkt, dass Familienunternehmen eine zentrale Säule der deutschen Wirtschaft sind." Schnoor siedelte sich mit seiner 52 Jahre alten Familienfirma als erster im Gewerbegebiet an der B 246a an. 130 Mitarbeiter verarbeiten jährlich etwa 35 000 Kubikmeter Holz.

Fast 400 Millionen Euro haben Unternehmen seit Januar 1991 in den Industrie- und Gewerbepark investiert. Heute haben hier 40 Firmen Produktionsstätten. Weitere Investitionen laufen und sind angekündigt. Die Zahl der Arbeitsplätze geht auf die 2000er Marke zu.

<6>Der 4. Ausbauabschnitt der 155 Hektar großen Wirtschaftszone soll jetzt begonnen werden. Rund 4,3 Millionen fließen an öffentlichen Mitteln in die Infrastruktur. Bisher waren es schon 11,6 Millionen Euro.

Als eine Erfolgsgeschichte, an der viele mitgewirkt hätten, bezeichnete Bürgermeister Jörg Rehbaum den Industrie- und Gewerbepark. "Sie alle haben mit Ihrem Mut und Engagement den Burger Industrie- und Gewerbepark zu dem gemacht, was er heute ist", dankte er der versammelten Unternehmerschaft. Er verwies auf hochinnovative Firmen mit besten Bedingungen für die Mitarbeiter, die mit ihren Produkten den Standort Burg weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt machen würden. Der Branchenbesatz seit gut und krisenfest. Zugleich würdigte Rehbaum das soziale Engagement der Firmen, etwa für Schulen und Kitas in Burg.

"Erfolge haben immer konkrete Gesichter. Ich möchte sie ermutigen nicht nachzulassen", erklärte Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU). Innovation, stimmige Löhne und ein soziales Umfeld würden dazu führen, dass der wirtschaftliche Aufholprozess gelingen könne. Die Investitionen der öffentlichen Hand in die Infrastruktur hätten sich in Burg bezahlt gemacht. Seit 1991 wurden nach Haseloffs Angaben im Kreis Jerichower Land 166,5 Millionen Euro in die Infrastruktur und 1,2 Milliarden Euro in Gewerbe investiert. 5400 neue Dauerarbeitsplätze entstanden.

   

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