In der Sekundarschule Möser hat eine Schulung für das Betriebssystem Android stattgefunden. Es ermöglicht die Funktion von Smart-Handys und Tablets. Leider hielt sich die Resonanz in Grenzen.

Möser l Es ist nicht das erste mal, dass Schüler und Förderverein zu einer Schulung einladen, um Menschen, die moderne Kommunikationstechniken nutzen und Computerprogramme beherrschen wollen, zu helfen. Immer waren die Kurse sehr gut besucht. Darauf hatten sich die Schüler der Klassen 9 a und b auch eingestellt. Es wurde reichlich Kaffee und Tee gekocht sowie Brötchen geschmiert. Den Erlös wollten die jungen Leute einem Hilfsprojekt in den Philippinen zukommen lassen. Zum Schluss waren dann doch knapp 40 Euro in der Kasse.

Offenbar, vermutet Kursleiter Maik Zimmermann, sind Smartphones und Tablets bei älteren Menschen doch nicht so sehr angesagt. Obwohl sie doch eigentlich leicht zu bedienen sind, führt er in seinem lockeren Powerpoint-Vortrag vor den vier interessierten Besuchern ein.

Sie erfahren, dass Android ein offenes System ist, hinter dem der Computerriese Google steht. Die Hersteller von Smarthandys und Tablets können Android selbst anpassen und ändern. Das vereinfacht die Entwicklung von Android-Programmen (Applikationen= Apps). Zimmermann macht das deutlich: "Ich habe gestern nachgeschaut, wie viele Apps es inzwischen gibt und sah die Zahl 700 000. Heute könnten es schon 800 000 sein und in wenigen Tagen eine Million." Drunter gibt es jede Menge Spiele und durchaus nützliche Ratgeber-Programme.

Dass diese Apps überwiegend kostenfrei sind, ist nur ein Grund dafür, dass Android in den letzten Jahren einen Höhenflug angetreten hat. Auf mobilen Geräten beträgt der Marktanteil rund 80 Prozent. Telefone und Tablets sind zu akzeptablen Preisen zu haben.

Aber in den Vorteilen stecken auch einige entscheidende Nachteile, warnt Maik Zimmermann potenziellen Nutzer. Google kann alle Daten der Nutzer abgreifen und verwerten, wird so zum Datensammelriesen und Mega-Verdiener und festigt seine Monopolstellung.

Mit den Hunderttausenden von Apps lässt sich relativ einfach auch Schadsoftware auf die Geräte schleusen. Da es für Android keinen Support (Hilfe) gibt, werden die Telefone und Tablets bei Befall oft irreparabel nutzlos. Man muss sie meist wegwerfen, worin sich eine weitere Schwäche zeigt.

Das Ausspähen der Android-Nutzer geschieht über ein Google-Konto, um das der ganz normale Tablet- oder Smartphonebesitzer nicht herumkommt, will er die Vorteile, die vielen Anwendungen, nutzen. Google kann über das Konto auf die Geräte selbst zugreifen, kann Programme aufspielen oder deinstallieren - eine fragwürdige Verfahrensweise. Google hat die Möglichkeit, das Kommunikationsverhalten zu erfassen und wirtschaftlich zum Beispiel durch gezielte, personifizierte Werbung zu vermarkten.

Google schaut in den Mailverkehr, in die Chats und in die Clouds (elektronischer Datenspeicher). Zimmermann warnt: "Onlinebanking würde ich niemals an einem Tablet machen."

Da das Thema Sicherheit bei Android so entscheidend ist, vermittelt der Kursleiter, der in der Möseraner Sekundarschule Technik- und Computerunterricht gibt, einige Tipps, wie man über die Sicherheitseinstellungen die Zugriffe ein wenig minimieren und sein eigenes Gerät schützen kann. Auf jeden Fall sollte ein Programm genutzt werden, das Schutz vor Schadsoftware bietet. Zur Vorsicht rät Zimmermann bei den sogenannten Standortdiensten. Nicht immer muss Google wissen, wo sich der Handy-Besitzer gerade aufhält.