Über die Zahl der Wahlbereiche beraten die Mitglieder des Hauptausschusses am Mittwoch. Bei einer Sondersitzung am Donnerstag entscheidet der Stadtrat über die Anzahl. Zur Debatte stehen ein oder zwei Bereiche.

Gommern l Am 25. Mai soll in Gommern nach neun Jahren der Stadtrat gewählt werden. Wie er gewählt wird, ist indes noch nicht so sicher.

Zur Auswahl stehen ein oder zwei Wahlbereiche. Darüber wird am Mittwoch der Hauptausschuss beraten und der Stadtrat in einer Sondersitzung ab 18 Uhr am Tag danach beschließen. Bislang galt es als sehr wahrscheinlich, dass die Wahl in zwei Bereiche ausgetragen werde. Auch eine Arbeitsberatung der Fraktionschefs im Oktober hatte das ergeben.

Die SPD-Ortsgruppe in Gommern hatte im Januar eine Diskussion um die Anzahl der Wahlbereiche angeschoben. Deren Mitglieder seien für lediglich einen Bereich, gaben sie in einer Pressemitteilung bekannt.

Ein Wahlbereich sei förderlich für das Zusammenwachsen der Einheitsgemeinde, zudem haben die Wähler die Möglichkeit, ihren Vertreter aus der ganzen Einheitsgemeinde zu wählen und nicht nur aus dem Wahlbereich, haben die SPD-Mitglieder argumentiert. Während die Ortsgruppe ihre Position schon erklärt hatte, hatte sich die Fraktion noch keine Meinung gebildet. Zwischenzeitlich hatte Fraktionsvorsitzender Ingo Voigt erklärt, seine Äußerung während eines Fraktionsvorsitzendentreffens pro zwei Wahlbereiche, sei seine persönliche Meinung gewesen. Die Fraktion müsse erst darüber beraten.

Nun hat sie das getan. Wie Ingo Voigt der Volksstimme gestern auf Nachfrage erklärte, werde es keinen Fraktionszwang geben und jedes Mitglied werde nach eigener Überzeugung abstimmen. Sechs der neun Fraktionsmitglieder sind aus der Ortsgruppe Gommern.

Zwei Wahlbereiche stärkten die Ortschaften, ist sich Ines Teubner, stellvertretende Hauptamtsleiterin, sicher. Gehe man davon aus, dass die Kandidaten aus ihren Ortschaften die meisten Stimmen bekommen, so sei es beispielsweise für einen Kandidaten aus einem kleinen Ort wie Prödel schwerer ebenso viele Stimmen zu bekommen, wie jemand aus Gommern. Bei einem Wahlbereich sei das ein klarer Nachteil.

Diese Stimmenanzahl könne aber im Zweifelsfall für den Prödeler zum Einzug in den Stadtrat reichen, wenn es zwei Wahlbereiche gebe. "Das ist ein kompliziertes Berechnungsverfahren, dass auch die Anzahl der Wahlberechtigten im Bereich in das Verhältnis setzt", erklärte sie. Pauschale Aussagen seien gar nicht möglich, zumal wichtige Kerndaten wie die genaue Zahl der Wahlberechtigten erst am 24. Februar bekannt werden. Ab diesem Stichtag können die Kandidatenlisten der Parteien eingereicht werden. Mit der Freien Wählergemeinschaft Leitzkau gibt es im aktuellen Rat eine Fraktion, die ausschließlich im ländlichen Bereich angetreten war. Das soll auch im Mai wieder so sein.

"Wir haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass wir zwei Bereiche bevorzugen", erklärt Fraktionsvorsitzender Frank Krehan. Drei Mitglieder hat die Fraktion und ist genau so groß wie die der Linken. Sollte es zu einem Wahlbereich kommen, "werden wir das akzeptieren und sehen, wie wir damit umgehen", fügte er an.

Als designiertes Wahlausschuss-Mitglied fällt Ines Teubner noch ein Grund für einen Bereich ein: "Dann fällt die Rechnerei weg."