Acht Kandidaten wurden für die Volksstimme-Aktion "Du bis spitze!" aufgestellt. Sie, liebe Leserinnen und Leser, können Ihren Lokalmatadoren 2013 wählen. Nacheinander stellen wir die Nominierten noch einmal vor. Heute setzen wir die kleine Serie mit Jens-Uwe Jahns und Jens Hitzeroth fort.

Burg l Eine alte Tradition mit Spaß beleben - dafür stehen Jens-Uwe Jahns und Jens Hitzeroth. Und in der Tat: Wer hätte gedacht, dass sich die einstige Schuhproduktion, die die Stadt weithin bekannt gemacht hat, mit einem kulturellen Höhepunkt (salopp würde man Mega-Event sagen) verknüpfen lässt. Es hat jedenfalls geklappt. Besser als jeder, der die Burger Mentalität kennt, gedacht hätte.

Heute im Rückblick steht wohl fest: Hier an der Ihle kann und will man ordentlich feiern, hier lohnt es sich, Stimmung zu produzieren, hier sind die Leute auch mal gern aus dem Häuschen - wenn, ja wenn Anlass und Organisation stimmen.

Diese Rechnung ist mit der ersten Burger Schlappen-Gaudi Anfang Oktober voll aufgegangen. Vielleicht auch deshalb, weil Spaß schlechthin das eine ist, Spaß mit Niveau aber das andere. Denn die Anknüpfung an einen Teil einer jahrzehntelangen Industriegeschichte weckte bei vielen Einwohnern Erinnerungen und machte neugierig auf die Veranstaltungen. Wenn dann noch fachkundige Ur-Burger, wie Karin Hönicke, mit eingebunden werden, kann fast nichts mehr schiefgehen. So ist es sogar mühlos gelungen, anlässlich der 130-jährigen Schuhtradition auch genau diese Anzahl an original Schuhen für die Schlappen-Wette noch um 36 zu übertreffen. Kein Wunder: Auch wenn heute nicht mehr produziert wird, gehörten doch Schuhe und die Ihlestadt zusammen, sagt Jens Hitzeroth, dessen Herz schon immer für die Kultur schlägt. In Burg geboren, in Schermen aufgewachsen hat er dort bis 1984 gewohnt, unter anderem den Jugendklub geleitet und kennt als Wahl-Magdeburger den Nerv der Burger. Da hätte die Idee mit den Schlappen nicht besser sein können. "Das war eine Punktlandung", resümiert der 49-jährige Familienvater, der beruflich für eine Autoteilefirma im Außendienst tätig ist.

Kein anderes Urteil kann sein Mitstreiter Jens-Uwe Jahns fällen, denn gemeinsam haben beide die Idee mit den Schuhen geboren und dem Kind einen originellen Namen gegeben. Jahns, der Magdeburger und gelernte Journalist, weiß aus vielerlei Erfahrungen, wie solche Höhepunkte organisiert werden, welche kleinen Besonderheiten sich darum ranken müssen, damit die Leute schon Monate vorher Lust bekommen, etwas Neues zu erleben. Eben etwas, das es in Burg noch nicht gegeben hat. Ob Gaudi-Girl, Schlappen-Wette oder Bratwurstessen - das alles waren kleine und mediale Leckerbissen vor den Höhepunkten im Festzelt. "Es hat sich gezeigt, dass die Schlappen-Gaudi dank der begeisterungsfähigen Burger jetzt das Zeug hat, eines der größten Oktoberfeste in Sachsen-Anhalt zu werden", hofft Jahns (54), der das Schlappenlied höchstpersönlich präsentierte.

Großen Anteil an den drei Tagen hatten natürlich zahlreiche Helfer und die beiden bekannten Radiomoderatoren Holger Tapper und Marc Angerstein. Immerhin schafften es die Radio-Profis binnen weniger Minuten, dass die Gäste auf den Bänken standen, sangen und schunkelten.

Das soll wieder so ein, denn schon während des vergangenen Oktober-Highlight stand fest: Nach der Schlappen-Gaudi ist vor der Schlappen-Gaudi. Vom 3. bis 5. Oktober wird es eine Neuauflage geben. "Es hat sich rumgesprochen, dass diejenigen, die nicht dabei waren, etwas verpasst haben", begründet Jens Hitzeroth. In diesem Jahr wird allerdings nicht auf dem Gummersbacher Platz, sondern Rolandplatz zünftig gefeiert. Wieder in einem großen Zelt.

Ob wir dann die längste Polonäse der Welt bilden können? Klar doch ...