Nachdem die gezielte Bejagung auf dem Burger Ostfriedhof (Volksstimme berichtete) nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat, will die Stadt jetzt auf der Straßenseite einen neuen, 1,83 Meter hohen Zaun bauen lassen, um das Wild von den Gräbern fernzuhalten.

Burg l Für viele Trauernde ist es ein großes Ärgernis: Der unübersichtliche Burger Ostfriedhof, der den Charakter eines Waldfriedhofes trägt, lädt insbesondere Rehwild geradezu ein, sich an einen "gedeckten Tisch" zu setzen. Im Winterhalbjahr lassen sich die Tiere niedergelegte Blumen und Gebinde schmecken, im Sommerhalbjahr hält so manche Grabbepflanzung nur Stunden.

Die Burger Stadtverwaltung hatte im letzten Jahr bereits reagiert und eine zeitweise Bejagung des Areals in Auftrag gegeben. Obwohl es, so Stadtsprecher Bernhard Ruth, einige Abschüsse gegeben hat, habe man das Problem der Wildschäden auf diese Art und Weise aber nicht in den Griff bekommen.

Da sich inzwischen herausgestellt hat, dass das Wild vor allem über die relativ niedrige Mauer an der Straßenseite auf den Friedhof wechselt, will die Stadtverwaltung dort nun einen Riegel in Form eines 1,83 Meter hohen Stabmattenzauns vorschieben, der anstelle der vorhandenen Mauer errichtet werden soll.

Diesen veränderten Ansatz bei der Bekämpfung des Wildproblems auf dem Ostfriedhof präsentierte Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) am Donnerstag auf der Sitzung des Hauptausschusses des Burger Stadtrates. "Wir müssen die Umfriedung des Friedhofes so herrichten, dass die Tiere nicht mehr rüberkommen", stellte Rehbaum klar.

Der neue Zaun soll auf einem Betonsockel stehen, damit er unten "dicht" ist. Zusätzlich wird der Zufahrtsweg in Richtung Trauerhalle ein neues Tor erhalten, um auch diese, bisherige Lücke zu schließen.

Die Maßnahme zur Verhinderung weiterer Wildschäden wird mit etwa 11 500 Euro zu Buche schlagen. Der entsprechende Auftrag soll umgehend ausgelöst werden.

Doch gibt es in der Umfriedung des Ostfriedhofes nicht noch weitere Schlupflöcher für Rehe? Stadtsprecher Bernhard Ruth hält die Umzäunung auf der Waldseite für "relativ sicher". "Allerdings", so Ruth weiter, "steht die Tür, durch die man vom Radweg aus auf den Friedhof gelangen kann, oft offen, obwohl sie eigentlich automatisch schließt." Wenn der Mechanismus aber blockiert wird und die Tür offen bleibt, auch über Nacht, gebe es an dieser Seite natürlich eine Lücke, die Wildtiere nutzen könnten, um auf den Friedhof zu gelangen.

Auch nach den Worten Bernhard Ruths könne man dem Wildproblem nur beikommen, wenn man den Friedhof von allen Seiten so einfriedet, dass Wild von außen keinen Zugang mehr findet. Die Rehe, die dann noch innerhalb der Friedhofsmauern ihr Unwesen treiben, seien dann ein Fall für den Jäger. "Am Wichtigsten ist aber, dass keine neuen Tiere nachkommen können", unterstreicht Ruth.

Noch einmal stand dann am Donnerstag das Thema "Friedhof" auf der Tagesordnung des Hauptausschusses des Burger Stadtrates. Es ging um die Neufassung der Friedhofsgebührensatzung, und das nicht nur für den Burger Ostfriedhof, sondern alle kommunalen Friedhöfe in der Stadt und ihren Ortsteilen. Die Satzung war bereits in den Ortschaftsräten und untergeordneten Ausschüssen behandelt worden. Der Hauptausschuss stimmte dem Entwurf mehrheitlich (zwei Gegenstimmen) zu, so dass auch eine Zustimmung des Stadtrates am 26. Februar zu erwarten ist. Zuvor soll die Satzung aber nochmals im Reesener Ortschaftsrat auf den Tisch kommen, der sich dafür am 25. Februar um 19 Uhr außer der Reihe trifft.

Grund ist, dass bei der Beratung der Satzung in Reesen durch einen Übertragungsfehler den dortigen Ortsräten falsche Zahlen vorlagen, die gerade den Reesener Friedhof betroffen haben. Das hatte Ortsbürgermeister Otto Voigt erkannt und bemängelt: "Wir müssen da vorher nochmal aufklären und über die richtigen Zahlen abstimmen", so Voigt.

Mit der neuen Friedhofsgebührensatzung soll bezüglich der Unterhaltung der Burger Friedhöfe eine Kostendeckung erreicht werden, wie es der Gesetzgeber vorschreibt.

Für die Friedhöfe Burg-Ost, Ihleburg, Niegripp, Schartau und Reesen sowie die Trauerhalle Detershagen wurde eine Kalkulation erstellt, die auf den Kosten der Jahre 2011/2012 beruht.