Hochwasser-Opfer in Jerichow durften ein bestimmtes Einkommen nicht überschreiten und in Möser war die Frage nach Wasser im Wohnbereich entscheidend - 439 000 Euro an Spenden sind im Jerichower Land eingegangen. Die Verteilung stellte die Gemeinden vor eine schwierige Aufgabe.

Lostau l Der Lostauer Ortsbürgermeister Helmer Frommholz saß mit im Spendenkuratorium der Gemeinde Möser: "Wir haben es uns wirklich nicht einfach gemacht." Frommholz war von Haus zu Haus gegangen, hat mit den Betroffenen vom Hochwasser des vergangenen Jahres gesprochen. "Jede Situation war wieder eine ganz andere, nicht immer konnten wir auf die Einzelfälle eingehen."

Karin Petzold, Sachgebietsleiterin Finanzen der Gemeinde Möser, erklärt warum: "Nachdem die ersten Spenden eingegangen sind, hat jeder Betroffene sofort eine kleine Summe bekommen, danach haben wir Kriterien festgelegt." Ausschlaggebend für eine zweite höhere Zuwendung war dann der Fakt, ob Wasser in den Wohnbereich gelaufen ist oder nicht. "Wir wollten damit die bedenken, deren Lebensgrundlage durch das Hochwasser betroffen war."

Auch der Genthiner Stadtrat hat einen Beschluss über die Kriterien für die Spendenverteilung verfasst. Ob und wieviel Geld an die betroffenen Privathaushalte in der Gemeinde Elbe-Parey, der Stadt Jerichow und der Gemeinde Wust-Fischbeck gezahlt wurde, entschied eine Spendenkommission anhand der Richtlinie vom Juli 2013 (siehe Infokasten). Zwischen 3115 und 11 419 Euro wurde pro Antragssteller ausgezahlt. "Spenden, die zweckgebunden eingezahlt wurden, haben wir unmittelbar weitergeleitet", sagt Genthins Bürgermeister Thomas Barz.

Zweckgebundene Spenden halfen auch in Gommern der Abteilung Kanu des Sportvereins. Das Hochwasser verursachte einen Totalschaden am Vereinsheim sowie Schäden an Sanitärtrakt und Bootsschuppen. Mit 14 850 Euro konnten die Sportler vom Spendenkonto der Stadt unterstützt werden. "Wir hatten im Wesentlichen den Verein und die Ortschaft Dornburg als Schadensgebiet", erklärt Jens Hünerbein, Bürgermeister der Gemeinde Gommern.

Sowohl der Kanu-Verein als auch die Feuerwehren können noch Unterstützung gebrauchen, Spenden bitte auf das Konto der Stadt Gommern unter Konto-Nr.: 610 000 659 und BLZ: 810 540 00.