Die Kandidatenliste für den Königsborner Ortschaftsrat füllt sich langsam. Ortsbürgermeister Hilmar Graßhoff ist darüber mit Thomas Rauwald für die Volksstimme im Gespräch.

Volksstimme: Als ich hörte, dass Königsborn seine Kandidaten für den Ortschaftsrat in trockenen Tüchern hat, konnte ich das kaum glauben. Ist dem wirklich so?

Hilmar Graßhoff: Doch, das ist so.

Volksstimme: Wie, Herr Ortsbürgermeister, haben sie das hinbekommen. Ich hatte den Eindruck, das Interesse liege in Königsborn bei null.

Hilmar Graßhoff: Das ist auch so falsch nicht. Zunächst hatten alle bisherigen Mitglieder unseres Ortschaftsrates gesagt, sie treten für eine neue Wahlperiode nicht mehr an. Das hat mir natürlich einige graue Haare mehr gereitet. Es ist aber nicht mein Ding, das dann einfach auf sich beruhen zu lassen.

Volksstimme: Also, Herr Graßhoff, verraten Sie Ihr Rezept, Einwohner für die kleine Politik zu gewinnen!

Hilmar Graßhoff: Schon vor über einem Jahr habe ich krampfhaft versucht, Interessenten zu gewinnen und habe immer nur Absagen bekommen. Damit gab ich mich nicht zufrieden. In der Weihnachtszeit habe ich dann intensiver darüber nachgedacht, wer eigentlich in unserem Dorf dafür in Frage kommen kann. Zum Schluss standen 14 Namen auf der Liste. Vor allem waren auch junge Leute dabei. An jeden habe ich einen Brief geschrieben und zu einem Treffen eingeladen. Das fand im Januar statt.

Volksstimme: Und wie viel sind erschienen?

Hilmar Graßhoff: Nicht alle, aber fast alle. Leider nicht so sehr die jüngeren Frauen. Aber an dem Tag haben sich sieben Einwohner bereit erklärt, auf einer gemeinsamen Bewerberliste für den Ortschaftsrat zu kandidieren.

Volksstimme: Das finde ich erstaunlich.

Hilmar Graßhoff: Ich auch. Das hatte ich so nicht erwartet. Und es werden ja noch andere hinzukommen über die Parteien oder Wählergruppen.

Volksstimme: Womit ist dieser Wandel zu erklären?

Hilmar Graßhoff: Zunächst sage ich, man muss auf die Menschen zugehen. Dann spielt sicher eine Rolle, dass erst einmal keiner befürchten muss, Ortsbürgermeister zu werden, denn meine Amtszeit dauert noch rund ein Jahr und dann bin ich automatisch Ortschaftsratsmitglied. Und dann motivierte das unkomplizierte Kandidaturverfahren über die gemeinsame Bewerberliste `Aktiv für Bürger`. Ich wollte einfach nicht, dass im Mai das Königsborner Gemeindehaus abgeschlossen wird, weil es keinen Rat mehr gibt und ich den Schlüssel in der Verwaltung in Heyrothsberge abgebe.

Volksstimme: Apropos Liste `Aktiv für Bürger`. Da steht Ihr Name als Kandidat für den Einheitsgemeinderat drauf...

Hilmar Graßhoff: ... auch richtig. Ich habe für mich entschieden, dafür zu sorgen, dass das oftmalige Kaspertheater im Gemeinderat und das gegenseitige Hauen und Stechen ein Ende haben müssen. Wir brauchen einen Rat, der konstruktiv arbeiten kann. Und wichtig war mir auch, für Königsborn alles ins Reine gebracht zu haben.

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