Genthin (da) l Eine neue Ausstellung mit dem Titel "Heeresbericht - Schicksale im Ersten Weltkrieg: Edlef Köppen und andere" wird in Genthin im Kreismuseum Jerichower Land vorbereitet. Gemeinsam mit der Stadt- und Kreisbibliothek Genthin, die den Namen des 1893 in Genthin geborenen Schriftstellers Edlef Köppen trägt, und den Mitgliedern im "Freundeskreis Edlef Köppen" werden seit einigen Wochen der Nachlass Edlef Köppens gesichtet, Dokumente zusammengetragen und Zeitungen ausgewertet.

Den Kern der Ausstellung bildet Köppens Roman "Heeresbericht", in welchem er seine persönlichen Kriegserlebnisse aufarbeitet. Als Freiwilliger meldet sich der Student Edlef Köppen im August 1914 zu den Waffen. Nach einer kurzen Ausbildungszeit in der Artilleriekaserne in Burg gelangt er im Herbst 1914 als Kanonier an die Westfront.

Nach Verwundung und Lazarettaufenthalt wird Köppen an die Ostfront verlegt. Nach dem Frieden von Brest-Litowsk geht es für ihn im Frühjahr 1918 wieder zurück an die Westfront, wo sich die Lage extrem verschlechtert hat. Die Geschichte Köppens vom Kriegsfreiwilligen zum Kriegsverweigerer beschreibt nur ein Schicksal in einem Krieg, der allein in Genthin mehr als 320 Tote und mehrere Hundert Verletzte forderte.

Aus vielen einzelnen Erinnerungsstücken aus dem Nachlass Edlef Köppens, dem Museumsfundus und von zahlreichen Leihgebern entsteht in der Ausstellung ein Gesamtbild aus den Fronterlebnissen, der Versorgungslage in den Städten und Dörfern und der Bewältigung des Kriegsalltags durch Männer, Frauen und Kinder.

Die Ausstellung wird im Rahmen des 4. Edlef-Köppen-Kolloquiums am 1. März eröffnet und ist bis zum 5. Oktober im Kreismuseum in Genthin zu sehen.