Burg/Genthin/Tangermünde (am/tp) l Für den 23. Februar hat die Bürgerinitiative, die Konsequenzen für den Tod von etwa 45 im Bucher Brack gehaltenen Wildtieren im Juni-Hochwasser 2013 fordert, zu einer erneuten Demonstration aufgerufen. Sie findet ab 14 Uhr auf dem Marktplatz Tangermünde statt, informierte Anne Grellmann für die Initiative.

Zum Fortgang der staatsanwaltlichen Ermittlungen gibt es aktuell keinen neuen Stand. "Die Ermittlungen dauern an", erklärte Thomas Kramer, Pressesprecher der nach verschiedenen Anzeigen mit dem Fall betrauten Staatsanwaltschaft Stendal.

Die Bürgerinititaive organisert derweil ihre sechste Demonstration. Nach Buch und Stendal im vergangenen Jahr waren sie im Januar schon einmal in Tangermünde. Die Bürgerinitiative hält weiter an ihrem Plan fest, monatlich zu demonstrieren. Die Teilnehmerzahlen schwankten zwischen 30 und 100 Unterstützern. Sie kommen aus den Landkreisen Stendal und Jerichower Land.

Die Protestierenden halten an ihrer Forderung fest, dass der Kreis-, Landes- oder auch Bundesverband des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) Konsequenzen aus dem Hochwasser 2013 zieht. Im Kern machen sie den Nabu-Kreisverband Stendal und vor allem dessen Vorsitzenden Dr. Peter Neuhäuser für den Tod der Wildtiere verantwortlich. Die Demonstranten geben Neuhäuser die Schuld daran und fordern daher dessen Rücktritt. Während des Hochwassers waren 25 Auerochsen und 20 Wildpferde ertrunken.

Neuhäuser hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen, nicht alles zur Rettung der in Nabu-Obhut befindlichen Tiere getan zu haben. Er erhob seinerseits Vorwürfe, vom Krisenstab des Jerichower Landes, in dessen Verantwortungsbereich das Bucher Brack lag, nicht rechtzeitig gewarnt worden zu sein. (Volksstimme berichtete).

Um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen, hat die Bürgerinitiative eine Online-Petition mit Unterschriftensammlung gestartet. Bisher hätten über 1000 Menschen unterschrieben, informierte BI-Vertreterin Anne Grellmann gestern auf Volksstimme-Nachfrage. Noch bis zum 26. Februar würde diese Aktion laufen. Diese Unterschriftenlisten samt Forderungen sollen dann an den Nabu-Kreisverband Stendal, an den Landes- und an den Bundesverband übergeben werden.

Welchen Ausgang die staatsanwaltlichen Ermittlungen nehmen, bleibt abzuwarten. Dazu gehört auch, ob es überhaupt zu einer Anklage kommt. Nach Volksstimme-Informationen gibt es da durchaus Zweifel.

Das hat mit den Vorwürfen zu tun und deren rechtlicher Bewertung. Schwerwiegendste Verstöße gegen das Tierschutzgesetz sind das vorsätzliche Töten und Quälen von Tieren. Sie können mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden. Beim Vorsatz geht es um das Wollen und Wissen. Das muss nachgewiesen werden. Bliebe Fahrlässigkeit. Dazu gehört, dass der Tod der Tiere billigend in Kauf genommen wurde.

Zum Schluss entstand dem Nabu mit dem Tod der Tiere ein Sachschaden in einem fünfstelligen Euro-Bereich.

"Wir haben nicht nur Vorwürfe in Bezug auf die Vergangenheit, sondern auch Bedenken für Zukunft. Der Nabu hat ja auch noch Tiere", begründete Anne Grellmann den fortgesetzten Protest.