Sicher, es gibt den schicken Garten von Schloss Wendgräben und auch den beeindruckenden Schlosspark von Möckern. Aber nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit hat Karl-Heinz Bartel am Rande einer Möckeraner Kleingartenanlage über Jahre hinweg ein nicht weniger hübsches Kleinod entstehen lassen.

Möckern l Es gibt sie noch - die Ehrenämtler, von denen man nichts weiß, weil sie still und leise einfach nur machen. Bei denen nur das Ergebnis zählt. Einer davon ist Karl-Heinz Bartel.

Angefangen hatte alles damit, dass der in den Neubauten lebende Möckeraner sich über das verwahrloste Gelände vor seiner Kleingartenparzelle ärgerte. Das baumbestandene Gelände an der Hohenziatzer Chaussee war ziemlich ungepflegt und immer wieder fanden sich Abfälle einiger Anwohner und der Besucher des benachbarten Reitplatzes. Das war in den 1980er-Jahren.

Ungeachtet der eigenen 300 Quadratmeter Kleingarten, die Familie Bartel zu bewirtschaften hatte, knöpfte sich Karl-Heinz Bartel die gut 100 Quadratmeter vor dem Garten vor. Laub wurde zusammengefegt, Abfall entfernt und das Gebüsch ein wenig ausgelichtet. Was dann folgte, ist bis heute zu einem charmanten, versteckten, kleinen Park herangewachsen.

Ein Gnadenhof für entsorgte Zierpflanzen

Schmale, mit Feldsteinen eingefasste Wege schlängeln sich durch die mit ordentlich gestutzten Buchsbaumhecken umfassten Beete. Überall wächst Heidekraut. Büsche, die vor Jahren aus Kleingärten verdammt und achtlos in den Wald geworfen wurden, erblühen im Reich von Karl-Heinz Bartel zu neuem Leben.

Denn genau betrachtet, ist der kleine Park zwischen Bundesstraße und den Kleingartenanlagen eine Art "Gnadenhof" für ausgemusterte Zierpflanzen. "Ich habe mir damals vom Friedhof den weggeworfenen Pflanzenschnitt besorgt und die Stecklinge im Garten herangezogen", erklärt Bartel, wie er kostenneutral zu den Zierpflanzen kam.

Nach zwei Jahren waren dann feine Wurzeln vorhanden und die Buchsbaumhecken konnten angelegt werden. Die Rhododendren haben sich ebenfalls erst aus kleinen Trieben heraus entwickelt. Und selbstverständlich sind auch sämtliche Steinumsäumungen nur das Ergebnis geduldigen Sammelns.

Wegen einer hohen Hecke - freilich hat Bartel sie selbst gepflanzt - ist die schmucke Anlage von der Straße aus kaum erkennbar. Man muss schon genau hinsehen. Es gibt aber Leute, die sich schon lange immer wieder an dem Kleinod erfreuen: die Busfahrer, die ziemlich genau neben dem Eingang zu Bartels Park stoppen, um Fahrgäste aus den Neubauten aufzunehmnen oder herauszulassen.

Tausende Stunden hat Karl-Heinz Bartel hier wohl schon verbracht, schätzt der heute 75-jährige Rentner, der früher als Monteur durch die Lande reiste. "Jeden Tag, zwei drei Stunden werden es schon sein", schätzt er.

Zu Beginn hatte Bartel noch einen Gartenfreund, der das Vorhaben aktiv unterstützte. Inzwischen macht er die Arbeit alleine. Als vor vielen Jahren Nachbarn begannen, ihrerseits die Brache vor ihren Gärten ähnlich zu gestalten, freute sich Karl-Heinz Bartel. Doch irgendwann gaben die Nachbarn wieder auf.

Wenn sich schon keiner findet, der ihm hilft, so muss der Möckeraner andererseits froh sein, wenn keiner kommt, der alles wieder kaputt macht. "Ich hatte mal eine Bank aufgestellt, für ältere Leute, die sich hier ausruhen wollen - vergebens. Es wurden gleich alle Holzlatten abgebaut", ist der Mann mit dem grünen Daumen wenig erfreut über solche Besuche.