Die Bewohner der Häuser Nummer 22 bis 26 der Magdeburger Straße in Biederitz sind besorgt und verärgert. Wieder steht das Wasser in ihren Gärten und Kellern.

Biederitz. Wird das Pretziener Wehr gezogen, sagen die Anlieger der Magdeburger Straße, wissen sie genau Bescheid: Es ist wieder so weit, unsere Keller und Gärten werden bald unter Wasser stehen. "Und in diesem Jahr ist es ganz besonders schlimm", berichtet Uta Kunze, "diesmal sind wir regelrecht abgesoffen." Lange habe es gedauert, bis die dramatische Lage richtig eingeschätzt wurde. Dann rückte am Freitagabend doch noch das Technische Hilfswerk an. Bis halb zwölf haben die Kameraden fleißig gearbeitet und drei dicke Absaugleitungen gelegt. "Die Jungs haben professionell gearbeitet", erkennen die Bewohner an. Auch der Bürgermeister sei vor Ort gewesen. Das Wasser wird nun in den Regenwasserkanal geführt und gerät über Pumpwerk und Schwanengraben in die Ehle. Die Hausbewohner pumpen ebenso ihre Keller aus, weil dort die Heizungsanlagen stehen. Auch ihr Wasser fließt in den Regenwasserkanal.

Der sei Gott sei Dank vor einigen Jahren extra für solche Situationen angelegt worden, weiß Detlef Skerat. Er weiß aber auch, dass es zudem vier Varianten gibt, um die Flächen hinter den Häusern wenigstens so weit entwässern zu können, dass das Wasser nicht bis in die Gebäude gelangt. Er breitet Pläne eines Ingenieurbüros von 2003 aus, bei denen zum Beispiel ein Grabensystem hinter den Gärten vorgesehen ist, so, wie diese Gräben Ende des 19. Jahrhunderts dort angelegt worden waren, als das Pretziener Wehr und das Umflutgelände entstanden.

Es gebe aber auch die Möglichkeit, so Detlef Skerat, an der tiefsten Stelle dieser großen Senke, in der das Drängwasser so enorm an die Erd- oberfläche schießt, einen Schacht zu setzen und ihn mit einem Rohr mit dem Regenwasserkanal zu verbinden. Dann müsste nur noch bei Bedarf eine Pumpe eingesetzt werden.

Die Versäumnisse der Gemeinde in den letzten Jahren –vor allem seit der Jahrhunderflut 2002 – müssten die Anlieger der Magdeburger Straße nun wieder ausbaden, sind sie verärgert und gefrustet. Die Anpflanzungen in den Gärten ließen sich zwar erneuern, so Gundula Skerat. "Aber die Schäden an den Häusern, die sind schon eine andere Größenordnung." Dabei wissen die Anlieger, dass es nie gelingen wird, hier völlige Trockenheit herzustellen. Nur: Das Wasser sollte nicht bis in die Keller fließen.

Derweil treibt die Bewohner in diesem Jahr eine weitere Sorge um: Das Drängwasser ist ungewöhnlich trüb und milchig. Was wird das wohl sein in Zeiten von Dioxin und Antibiotikum? Sie erwarten, dass die Gemeindeverwaltung eine Prüfung des Wassers veranlasst. Sicherheitshalber.

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