Zur Jahreshauptversammlung der Gommeraner Feuerwehr waren die Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates eingeladen. Für viele waren es die ersten konkreten Einblicke in den Feuerwehralltag.

Gommern l Den Gruß "Gut Wehr", den sich die Feuerwehrleute gegenseitig auf den Weg geben, habe er zum ersten Mal gehört. Das gestand Stadtratsvorsitzender Klaus Bock (CDU) den Mitgliedern der Feuerwehr bei deren Jahreshauptversammlung am Freitagabend im Gerätehaus. Die Wehrleitung hatte eine Einladung an die Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates geschickt und die meisten waren dieser auch gefolgt. Gisela Mönch (FDP) sagte nach der Versammlung: "Natürlich war mir vorher bewusst, dass die Feuerwehr wichtig ist. Aber es einmal so komprimiert vorgetragen zu bekommen, was diese Menschen tatsächlich leisten, gibt schon einen anderen Einblick in die Materie."

53 Einsätze haben die Gommeraner während des vergangenen Jahres geleistet, hatte Wehrleiter Ralf Fröhlich in seinem Bericht erklärt. Das sei eine Zahl, die leicht unter dem Mittel von 56 der vergangenen 20 Jahre liege. Allerdings wurden mit 6855 Einsatzstunden mehr als die vierfache Leistung der vergangenen Jahre erbracht. Im Durchschnitt seien es 1644 Stunden. "Das liegt daran, dass der Katastrophenfall als ein Einsatz zählt. Während des Hochwassers im Juni wurden allerdings 5504 Einsatzstunden geleistet", erklärte der Wehrleiter. Auch das Jahr 2002, bei dem es ebenfalls ein Hochwasser gegeben hatte, wurde an Einsatzstunden übertroffen. Damals leisteten die Gommeraner 6471 Stunden.

Neben dem einen Katastrophenfall löschten die Gommeraner 15 Brände. 22-mal leisteten die Feuerwehrleute technische Hilfe und 15-mal rückten sie aus anderen Gründen aus, 14 davon waren Fehl-alarmierungen.

Neben den elf Einsatztagen während des Katastrophenfalls hob Fröhlich den Scheunenbrand in Nedlitz, bei dem zwei Pferde starben, und einen Garagenbrand in Menz als besonders schwere Einsätze hervor.

Klaus Bock war dankbar für die Einladung. Ein engerer Austausch zwischen Wehr und Stadtrat erscheine ihm wichtig, sagte er. Schließlich werde im Stadtrat auch über Ausrüstungsgegenstände für die Feuerwehr entschieden.

"Da geht es darum, die Stadtratsmitglieder von der Notwendigkeit eines Ersatzfahrzeuges zu überzeugen", erklärte er und erinnerte an den Unfall eines Fahrzeuges beim Sachsen-Anhalt-Tag. Es sei gar nicht so leicht gewesen, für ein Ersatzfahrzeug eine Mehrheit zu finden, berichtete auch Gisela Mönch. Der Stadtratsvorsitzende hoffe, dass bei der nächsten Sitzung wieder Statratsvertreter eingeladen werden und mahnte im Umkehrschluss an: "Es ist eigentlich am besten für die Interessen der Wehr, wenn Feuerwehrleute im Stadtrat sind. Am 25. Mai sind Kommunalwahlen, lasst Euch doch aufstellen."

105 Mitglieder zählt die Wehr insgesamt. 43 davon sind im Aktiven Dienst, zehn sind in der Alters- und Ehrenabteilung. 30 fördernde Mitglieder hat die Wehr, 22 Jungen und Mädchen sind im Nachwuchsbereich organisiert.