Wer sich in diesen Tagen durch das Internetangebot der Stadtverwaltung Burg klickt, findet viele Seiten, die nicht aktuell sind. Zwei davon hat Volksstimme-Volontärin Ariane Amann genauer unter die Lupe genommen und der Stadtverwaltung dazu auf den Zahn gefühlt.

Burg lIn Zeiten des Internets sind auch Stadtverwaltungen mit eigenen Seiten im Netz vertreten, so auch die Burger Verwaltung. Allerdings hapert es an einigen Stellen an der Aktualität.

Der Mängelmelder

Direkt über die Startseite gelangt man im unteren Bereich auf den Mängelmelder, der sich auf einer Internetseite außerhalb des Bereichs der Stadtverwaltung befindet. Dor sind auf einer Grafik verschiedene Missstände gemeldet wie eine Warnbake im Ihlewasser, illegale Müllplätze und Straßenschäden. Rot eingefärbte Meldesymbole bedeuten "ungeprüft", gelbe "in Bearbeitung". Nur solche fanden sich beim Volksstimme-Test auf der Grafik.

Eine zweite Möglichkeit, Mängel an Straßen, Gehwegen oder zum Beispiel der Straßenbeleuchtung zu melden, wird unter dem Menüpunkt "Formulare" im Behördendeutsch als "Mängel-/Sachstandsmeldung" angezeigt. Über ein Kontaktformular kann man dort den Schaden angeben. Kontaktdaten kann man angeben, muss man aber nicht.

Bernhard Ruth, Pressesprecher der Stadt Burg, weiß um die mangelnde Aktualität dieser Seiten. Eine Erklärung hat er parat: "Die Stelle, bei der es liegt, sich um solche Anwendungen zu kümmern, war mehrere Monate unbesetzt, seit dem 1. Februar liegt dies aber in der Verantwortung unseres neuen Mitarbeiters Alexander Tippelt."

Unbearbeitet seien die Anliegen der Burger, die auf der Seite mängelmelder.de verzeichnet sind, aber nicht. Trägt dort jemand einen Mangel ein, geht automatisch eine E-Mail an die Stadtverwaltung, die im Büro von Bernhard Ruth und Alexander Tippelt eintrifft. Gleiches passiert mit Meldungen aus dem Kontaktformular der Internetpräsenz der Stadtverwaltung. "Die Anliegen werden an die Fachbereiche weitergeleitet, das ist auch in den vergangenen Monaten so gewesen", sagt Bernhard Ruth.

Abgearbeitet hätten die Mitarbeiter der Verwaltung diese Meldungen schon. "Die meisten dieser Meldungen sind nach zwei bis drei Tagen erledigt", erklärt er. Es habe allein an der Pflege des Internetportals gehapert, so dass die Meldungen auch heute noch unerledigt scheinen. Die Pflege dieser Rückmeldungen aus der Verwaltung ist nun aber die Aufgabe von Alexander Tippelt. Künftige Mangelmeldungen sollen dann auch als "erledigt" auf der Internetseite stehen.

Genutzt wird die Anwendung bislang jedoch nur spärlich. Rund 25 Meldungen gehen pro Jahr ein, im Monat Februar war es bislang eine. Der Grund: In der Koloniestraße war die Straßenbeleuchtung defekt. Geld kostet die Verwendung des Melders nur beim Einsatz des Personals, das sich um die Meldungen kümmert.

Übersicht über Straßensperren

Ebenfalls über die Startseite der Internetpräsenz stadt-burg.de gelangt man direkt zur Übersicht über die Straßensperrungen und Baumaßnahmen in der Stadt Burg. Auf einer Karte sind die Straßensperrungen angezeigt. Allerdings sind diese nicht aktuell, die Großbaustelle an der Magdeburger Chaussee fehlt ganz.

Die mangelnde Aktualität bei der Übersicht über die Baustellen hängt ebenfalls mit der lange unbesetzten Stelle in der Stadtverwaltung zusammen. Dazu kommt, dass die Stadtverwaltung nicht bei allen Baustellen im Stadtgebiet selbst Bauherr ist.

Bei der Magdeburger Chaussee zum Beispiel ist die Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt verantwortlich. "Da sind wir auch auf Zuarbeiten angewiesen. Wir können ja nicht einfach Baustellen in diese Übersicht aufnehmen, wenn wir keine konkreten Daten dazu haben", sagt Bernhard Ruth. Diese Zuarbeiten sind aber angefordert und sollen in den kommenden Tagen und Wochen eingepflegt werden, so dass auch diese Übersicht bald wieder aktuell sein soll.

Fazit

Die Pflege einer Internetpräsenz ist für eine kleine Stadtverwaltung wie die in Burg nicht einfach so nebenbei zu schaffen. Davon absehen möchte die Burger Verwaltung aber nicht. "Der öffentliche Dienst darf nicht verstauben, wir müssen uns auch den modernen Wegen der Kommunikation über unsere eigene Internetseite und soziale Netzwerke wie Facebook stellen", sagt Bernhard Roth.