Wenn das Hochwasser langsam zurückgeht, kommt das Drängwasser erst. Das weiß man in den Elbdörfern von Niegripp bis Ihleburg. Während sich die Anwohner auf nochmals steigende Grundwasserstände einstellen, hat der Gewässer-Unterhaltungsverband in den letzten Tagen im Blumenthaler Bereich die Gräben gewartet.

Burg. "Aufgrund der Hochwassersituation haben wir nochmal die Gräben und Durchlässe im Elbebereich kontrolliert und dort, wo es nötig war, Äste und anderes Material rausgeholt", sagt Lothar Koch, Geschäftsführer des Gewässer-Unterhaltungsverbandes Stremme-Fiener Bruch. Am 10. Januar ging dieser Sondereinsatz im Blumenthaler Bereich los und war am Freitag abgeschlossen. Damit soll erreicht werden, dass das Drängwasser, das immer bei Hochwasser auftritt, von den Gräben so gut es geht aufgenommen und abgeleitet werden kann.

Das ist auch im Interesse der Landwirte der Region, auf deren Feldern nach wie vor großflächig das Wasser steht. Um die riesigen Pfützen weg zu bekommen, haben die Bauern hier und da bereits kleine Verbindungsgräben zwischen den Wasserlachen und den regulären Gräben gezogen.

Beim aktuellen Hochwasser könnte das Drängwasser wegen des ohnehin schon hohen Grundwasserstandes von 70 Zentimetern über normal zu einem größeren Problem als bei den letzten Hochwassern 2002 und 2006 werden.

"Drängwasser tritt dann auf, wenn das Hochwasser mehrere Tage am Deich steht", erklärt Amtsleiter Jens Vogler, in der Burger Stadtverwaltung für die Hochwasserabwehr zuständig. Das Wasser suche sich einen Weg durch unterirdische Kanäle und trete auf der anderen Seite des Deiches im Hinterland, dem Polder, wieder zu Tage. "Solange dieses Wasser unter dem Deich durchfließt und nicht im Deich, besteht keinerlei Gefahr", so Vogler.

Der Pegel Niegripp ist gestern nach Tagen wieder unter acht Meter gefallen. Bereits am Sonntag konnten die Deichwachen abgezogen werden. Am 18. Januar war im Bereich Burg die Hochwasser-Alarmstufe 3 erreicht worden, was die Deichwachen auf den Plan rief.

Nach dem Rückgang des Wassers gilt es nun, Schwemmgut, das an den Deichen gestrandet ist, zu sammeln und abzutransportieren. Wenn das Wasser weniger wird, können die Verantwortlichen des Landesbetriebes für Hochwasserschutz auch feststellen, ob Deichabschnitte eventuell instabil geworden sind und vor dem nächsten Hochwasser repariert werden müssen.

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