Die Situation in der Gübser Ortsfeuerwehr spitzt sich zu. In den nächsten Jahren ist kein Nachfolger für Wehrleiter Ernst Seider in Sicht.

Gübs l Gübs ist nicht Paplitz - in der kleinen Ortschaft Gübs flammt noch Hoffnungslicht. Keiner möchte, dass die freiwillige Feuerwehr geschlossen wird. Das ist die bessere Nachricht aus der Jahreshauptversammlung der Wehr mit ihren 17 aktiven Kameraden und der einen Führungskraft, dem Wehrleiter.

Damit ist aber auch schon ein Teil der Problematik sichtbar: Die Truppe ist zahlenmäßig ganz gut aufgestellt, wenn man ins Kalkül zieht, dass das kleine Gübs lediglich rund 330 Einwohner hat.

Doch es mangelt an Personal mit Kursen und Weiterbildungen zur Leitung von Einsätzen. Ist der Wehrleiter Ernst Seider nicht verfügbar, gibt es ein Problem.

Gemeindewehrleiter Carsten Kiwitt findet auf der Jahreshauptversammlung deshalb auch mahnende und kritische Worte. Auf der Sitzung im Vorjahr habe man sich noch an die Brust geschlagen und gemeint, dass es doch nicht so schwierig sein dürfte, mal eine Ausbildung außerhalb des Standortes zu absolvieren. "Doch getan hat sich seitdem nichts", konstatiert Kiwitt.

Es gibt einen ausgebildeten Gruppenführer, keinen einsatzbereiten Atemschutzgeräteträger, obwohl zwei junge Männer ihre gesundheitliche Eignung nachgewiesen hätten.

Kiwitt bestätigt, was zuvor schon Wehrleiter Seider in seinem Jahresbericht analysiert hatte: teilweise mangelnde Teilnahme an Ausbildungsdiensten in Gübs selbst. Kiwitt nennt Ross und Reiter. "Ich mache mich strafbar, wenn ich Kameraden zum Einsatz mitnehme, die nicht die notwendigen Ausbildungsstunden nachweisen können", sagt Wehrleiter Seider.

Einige der Kameraden setzen dagegen, dass es nicht so einfach sei, vom Chef Freistellungen zu bekommen. Zudem demotivierten die ständig steigenden bürokratischen Anforderungen. Die Kameraden ärgert, dass es vorwiegend Zugezogene gäbe, die für die Feuerwehr nichts übrig hätten, sich sogar beschwerten, wenn das Feuerwehrauto mit Signal zum Einsatz fahre.

Gemeindewehrleiter Carsten Kiwitt macht deutlich, dass es für die Gübser Wehr nur einen Weg geben kann: die enge Kooperation mit den Heyrothsberger Kollegen. Das betrifft die Ausbildung und auch die Einsätze. Die Durststrecke sei mit Fleiß und Engagement aller Beteiligten überwindbar, sagt Kiwitt. Optimismus verspricht, dass die Jugendfeuerwehr derzeit über 14 Mitglieder verfügt, wie Jugendwart Michael Kriesche berichtet hatte. Vier junge Leute befinden sich in der Grundausbildung zum Truppmann und werden die aktiven Kräfte bald unterstützen. Mit Lucas Blötz wird Schritt für Schritt ein neuer Wehrleiter aufgebaut. Doch das dauert noch ein paar harte Jahre.

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