Gefunden wird so einiges in der Stadt Burg. Im Fundbüro sichtet Sven Reinald die Fundstücke auf Hinweise zu den Besitzern, um sie nicht in den Keller der Stadtverwaltung zu verbannen. Manchmal hat er Glück.

Burg l Eine schwarze Tasche wartet verstaubt darauf, dass Sven Reinald sich Zeit für sie nimmt. Der Leiter des Sachgebiets Bürgerservice ist zuständig für das Fundbüro der Stadt Burg. Die verstaubte Laptop-Tasche wurde von der Polizei an einer der Burger Autobahn-Anschlussstellen gefunden und bei ihm abgegeben. "Erstmal suche ich nach Hinweisen auf den Besitzer", sagt Reinald.

Zusammen mit seinen vier Mitarbeitern im Fachbereich Recht und Ordnung nimmt er Fundstücke an, pflegt sie ins System ein, ermittelt Eigentümer und übergibt ihm im Idealfall das Fundstück.

Gibt das Fundstück Hinweise?

So wünscht er es sich auch für den Laptop, der sich in der verstaubten Tasche befindet. "Wert ist der wahrscheinlich nicht mehr viel, aber vielleicht hat er ja für den, der ihn verloren hat, einen ideellen Wert", überlegt der Stadtmitarbeiter. Also wird die Tasche ganz genau untersucht. Zutage fördert er ein Heft und einen Schreibblock mit Notizen auf Polnisch, eine Zeitschrift von 2008, eine Prepaid-Karte fürs Handy und eine Folie mit Unterlagen. "Jetzt wird`s interessant." Offizielle Schreiben auf Polnisch, ein Behörden-Brief aus den Niederlanden. "Vielleicht ein polnischer LKW-Fahrer auf der Durchfahrt", mutmaßt Reinald.

Sven Reinald sichtet die Unterlagen. Und tatsächlich: In der Klarsichtfolie befindet sich eine Kopie des Personalausweises samt Name und Anschrift. "Ein glücklicher Zufall", sagt Reinald. Der Besitzer ist tatsächlich Pole. Einen Brief der Stadt Burg mit der Bitte, die Tasche abzuholen, wird Reinald nun auf die Reise schicken.

So einfach wie im Fall des Laptops gestaltet sich der Umgang mit den Gegenständen, die verloren gegangen sind, selten. Seine Gedanken macht sich der Herr der Fundsachen immer, wenn ein neues Stück zur Registrierung auf seinem Schreibtisch landet. Seit genau zehn Jahren kümmert sich Sven Reinald nun bereits um Liegengelassenes und Vergessenes. Dabei geht es immer um die Frage: "Vermisst der Besitzer es nicht?" Ein Autoschlüssel zum Beispiel, der auf einem Supermarkt-Parkplatz im vergangen Jahr gefunden wurde. "Wie ist der Besitzer dann losgefahren?" Wenn keiner im Fundbüro nachfragt, wird es auf Reinalds Frage keine Antwort geben.

In diesem Jahr wurden bereits fünf Schlüssel abgegeben. Jedoch keiner für`s Auto.

Vierzehn weitere Schlüssel, gefunden im vergangen Jahr, warten noch auf ihre "Schlüsselkinder".

Online nach Fundsachen suchen

Im Gegensatz zu dem Laptop, bei dem jetzt klar ist, wo er hingehört, kommen jeder Schlüssel und alle Fundsachen in die Datenbank des Fundbüros. Funddatum, Abgabedatum, Fundort: Sozusagen die Personalien der Fundstücke, die Sven Reinald in den Computer einpflegt.

Ein halbes Jahr bleiben die Fundsachen bei den Mitarbeitern des Fundbüros. Danach dürfen die Hüter der gefundenen Habseligkeiten eine Versteigerung anberaumen. Jacken, Handys, Schmuck, DVDs und sogar ein Ehering mit eingraviertem Hochzeitsdatum warten auf ihr Schicksal. Die Schlüssel werden nicht versteigert. "Die Entsorgung übernimmt der Bauhof", erklärt Reinald. Den Laptop würde ein ähnliches Schicksal ereilen, wenn sich der Besitzer nicht meldet und bei der Versteigerung kein neuer Liebhaber gefunden wird.

Liebhaber könnten sich auch für die rund hundert Fahrräder finden. Der Keller der Stadtverwaltung quillt über mit Drahteseln, die die Polizei eingesammelt hat, nachdem sie zu lange nicht bewegt wurden. Sechs sind bereits in diesem Jahr dazu gekommen. Ein Moped steht dazwischen und wartet. Genauso wie zwölf Feuerlöscher, zwei Drucker oder ein Röhrenfernseher ...

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