Das Bundeskartellamt hat dem Verkauf von 40 Rhön-Kliniken an die Fresenius-Tochter Helios zugestimmt. Umfang: Drei Milliarden Euro. Die Krankenhäuser in Burg, Vogelsang und Zerbst gehören dazu. Umstrukturierungen werden derzeit nicht befürchtet. Helios hält sich noch bedeckt.

Burg/Vogelsang/Zerbst l Es ist die bislang größte Übernahme privater Krankenhäuser in Deutschland. Zu den 40 Kliniken, die die Fresenius-Tochter von der Rhön AG übernehmen wird, kommen noch 13 medizinische Versorgungszentren hinzu. Dazu gehören aus der Region die Krankenhaus Jerichower Land GmbH, die Krankenhaus Zerbst GmbH, die Fachkrankenhaus Vogelsang-Gommern GmbH, die Gesundheitsmanagement Elbe-Fläming GmbH und die Medizinische Versorgungszentrum Anhalt GmbH.

Sorgen über etwaige Veränderungen im Personal oder sonstigen Umstrukturierungen gibt es derzeit in Burg nicht. "Das Krankenhaus Jerichower Land steht wirtschaftlich solide da und verfügt über medizinische Strukturen, die den Versorgungsbedürfnissen der Bevölkerung im Umfeld des Krankenhauses sehr gut gerecht werden", sagt Pressesprecher Dr. Dieter Thielemann und fügt an: "Wir haben keine Zweifel daran, dass das auch unter neuer Trägerschaft so bleiben wird." Zu den zukünftigen Plänen in den Kliniken könne derzeit nur der Käufer etwas sagen, so Thielemann.

"Das Krankenhaus Jerichower Land steht wirtschaftlich solide dar."

Das sogenannte Closing, der formalrechtliche Abschluss der Transaktion, soll Ende Februar bereits vollzogen sein. Bis dahin werde die Fresenius-Tochter Helios zu dem Kauf, den Plänen, den eventuellen Veränderungen in den Kliniken nichts sagen, so eine Pressesprecherin des Unternehmens. Für die nächste Woche kündigte sie dazu aber nähere Informationen an.

Mit dem kürzlich genehmigten Deal entsteht der mit Abstand größte private Krankenhausbetreiber Deutschlands mit über 100 Kliniken. Helios war allerdings auch vor der Übernahme mit 72 Kliniken und einem Jahresumsatz von 3,2 Milliarden Euro deutscher Marktführer. Der Mutterkonzern Fresenius rechnet nach eigenen Angaben damit, dass die neuen Häuser bereits im ersten Jahr operativ Geld verdienen. Bei der Entscheidung des Kartellamtes wurden drei Kliniken und zwei Versorgungszentren aus dem Übernahmepaket genommen, weil sonst regionale Monopole entstanden wären. Bei Kliniken in Wiesbaden und Salzgitter steht noch ein positives Votum der kommunalen Miteigentümer zur Übernahme aus. Dann würde die Klinik- anzahl des Unternehmens auf 112 steigen.