Für das seit Jahren leerstehende, denkmalgeschützte Schulgebäude zwischen Schartauer und Jacobistraße, den Burgern als Schwab-Schule bekannt, tut sich eine Perspektive auf. Die evangelische Grundschule will von Gut Lüben ins Stadtzentrum umziehen.

Burg l Für die alte Clara-Schwab-Schule, 1887 als Luisen-Lyzeum eingeweiht, gab es in Jahren des Leerstandes schon viele Ideen einer neuen Nutzung: Einkaufscenter, Musikschule, Zentralhort, Verwaltungsgebäude... Doch der rote Ziegelsteinbau klebt der Stadt Burg bisher wie ein Klotz am Bein. Nun gibt es für das historische Gebäude aber eine echte Perspektive - als Schule, wofür das Haus auch gebaut ist.

Hoffnungsträger ist die Johannes-Schulstiftung, eine gemeinsame Stiftung der evangelischen Kirche, des Johanniterordens und der Johanniter-Unfallhilfe. Sie ist Trägerin der Evangelischen Grundschule Burg, die im vierten Jahr besteht, sich mit etwa 60 Schülern inzwischen etabliert hat und seit 2013 staatlich anerkannte Ersatzschule ist.

Allerdings will sich die Schule weiterentwickeln, maximal 120 Schüler sind geplant, und dafür sei, nach den Worten der Stiftungsvorstände Andrea Helzel und Michael Bartsch, der bisherige Standort auf dem Gut Lüben ungünstig.

Auf Vermittlung des Burger CDU-Landtagsabgeordneten und Stadtratsvorsitzenden Markus Kurze laufen seit einem halben Jahr intensive Verhandlungen, die das Ziel haben, den Weg für einen Umzug der evangelischen Grundschule in das Schwab-Schulgebäude nach erfolgter Sanierung frei zu machen. "Mit unserer Grundschule wollen wir nah bei den Menschen sein", begründet Michael Bartsch die Umzugspläne. Im Stadtzentrum böten sich viele Möglichkeiten der Vernetzung.

Durch das geplante Wiederaufleben des Schulbetriebs an dem zentralen Standort hofft Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) auch auf eine weitere Belebung des Stadtzentrums. Eine Konkurrenzsituation zu den benachbarten Grundschulen in Trägerschaft der Stadt würde nicht entstehen, da die Schülerzahlen stabil seien, so Rehbaum und Kurze übereinstimmend.

"Aber ein Bildungswettbewerb wie in den Kitas tut uns auch bei den Grundschulen gut", ergänzt Kurze.

Für die Sanierung des alt-ehrwürdigen Schulgebäudes sollen Fördermittel beantragt werden. "Die Rahmenbedingungen sind günstig", weiß Rehbaum aus Vorgesprächen mit den zuständigen Stellen beim Land. Ihm und Kurze sei "nicht bange, dass wir das Projekt entwickelt bekommen".

Die Sanierung der Schule inklusive Turnhalle, Herstellung des Außengeländes und Abriss eines desolaten Fachwerkhauses zur Jacobistraße soll etwa 4,5 Millionen Euro kosten.