Der Kulturausschuss von Möckern hat sich am Donnerstagabend einstimmig für einen Konzeptentwurf der Stadtverwaltung ausgesprochen, der Verantwortlichkeiten und Förderfähigkeiten bei künftigen kulturellen und sportlichen Veranstaltungen neu regeln soll.

Möckern l Wie die Volksstimme berichtete, stehen der Stadt Möckern durch Sponsoren und Einnahmen aus Veranstaltungen gut 25 000 Euro im Jahr zur Verfügung. Auf einen Teil der Summe sollen künftig tatenlustige Vereine zurückgreifen können, um attraktive Veranstaltungen im Stadtgebiet möglich zu machen.

Stadtmitarbeiterin Mareen Hensel stellte das Konzept vor, welches sich in mehrere Teile gliedert: Da wären zum Einen die ständigen Veranstaltungen der Stadt Möckern, die auch weiterhin von der Verwaltung vorbereitet werden sollen. Dazu zählen das Broilerfest am Tag der Deutschen Einheit in der Stadthalle, der Neujahrsempfang oder das Weihnachtsmärchen mit dem Genthiner Amateurtheater (gat).

Drei Ziele für ein "Wir"

Als Zweites gibt es Veranstaltungen, die in der Region durch die Vereine, Ortschaften oder Interessengemeinschaften mit finanzieller Unterstützung der Stadt durchgeführt werden können. Der Entwurf zählt hier sportliche Stadtmeisterschaften, gemeinsame Chortreffen oder Wanderungen auf. Ziel sei die Förderung des "Wir-Gefühles" der Orte untereinander.

In einer dritten Zielsetzung geht es darum, das nicht ausgeschöpfte Potenzial kommunaler Räumlichkeiten besser auszunutzen. "Wir haben Kapazitäten in der Stadthalle und Foyer für 400 und 110 Personen, im Dorfgemeinschaftshaus Hohenziatz sind es 100 Personen und im Kulturhaus Drewitz 150", so Mareen Hensel. Denkbar seien Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche oder Erwachsene und Senioren. Das Konzept der Verwaltung hält einige Vorschläge dazu bereit.

Offene Fragen führt der Entwurf reichlich auf und auch im Kultur- und Bildungsausschuss herrschte zunächst teils Skepsis. Zu klären ist noch, wie mögliche Verluste oder Gewinne zu verrechnen sind und wer die Koordination all dieser möglichen Veranstaltungen übernehmen soll. Die Anregung aus dem Kulturausschuss im Februar 2013, dazu einen Verein nach Vorbild des Vereines "Wir für Gommern" waren ohne sichtbare Folgen geblieben.

Die Ausschussmitglieder forderten, dass in jedem Fall eine bessere Vernetzung von Ortschaften und Kulturschaffenden in der Einheitsgemeinde erfolgen müsse, und die Veranstaltungen nach außen besser vermarktet und beworben werden müssten. Eine Möglichkeit hier wäre der bereits bestehende Internetauftritt der Stadt Möckern. "Wir haben schon jetzt einige vermarktbare kulturelle Leuchttürme in der Region. Auch das kann identitätsstiftend wirken", sagte der Grabower Torsten Wambach.

Andere Diskussionsteilnehmer haben angesichts der Fläche der Einheitsgemeinde Zweifel an dem Gedanken des "großen Ganzen". "Vielleicht denken wir zu groß. Es sollten sich erst alle Vereine finden und absprechen", schlug die Drewitzer Ortsbürgermeisterin Conny Vietmeyer vor. Stadtchef Frank von Holly wirbt für das ortsübergreifende Konzept: "Wir werden natürlich nie alle erreichen, aber es ist ein Stück Lebensqualität für alle."

Kritik gab es aus den Reihen der Vereine auf den Besucherbänken: "Erst werden wir eingeladen und dann nicht gefragt", sagte der Lübarser Heimatvereinschef Jörg Hierse.