Ein Springbrunnen ohne Schmuckstück: Das Altenpflegezentrum am Marienweg in Burg wurde bestohlen. Es fehlt eine 1,40 Meter hohe Statue, die den Vorgarten des Hauses zierte. Die Bewohner spekulieren nun über den Verbleib.

Burg l Der Flötenspieler, eine 1,40 Meter hohe und 40 Kilogramm schwere Skulptur aus Kupfer, ist nicht mehr da. Nur eine leere Metallplatte ist auf dem Springbrunnen vor dem Altenpflegeheim am Marienweg übrig geblieben. Die Mitteilung der Polizei über den Diebstahl liest sich wie ein extremer Ausbruch von Gewalt: "Die Statue wurde durch die Täter regelrecht aus ihrer Verankerung abgerissen."

Für die Bewohner des Altenheims und all jene, die auf den Bänken am Springbrunnen gern Rast machen, war die Statue ein schöner Blickfang. Dass sie fehlt, fällt den Bewohnern auf. Doch dass sie gestohlen ist, können sie kaum glauben.

Diebstahl fällt nicht sofort auf

"Ich dachte, sie wäre beim Hausmeister", sagt Hildegard Klein. Erst aus der Zeitung erfuhren die Senioren, dass der kleine Blickfang vor dem Haus tatsächlich gestohlen wurde. "Zum Schutz vor der Witterung haben wir die Statue auch schon mal reingeholt", erklärt Leiterin Simone Garnich. Diesmal kamen Diebe den Hausmeistern jedoch zuvor. Wann genau der Flötenspieler verschwand, ist unklar. "Man schaut ja nicht jeden Tag genau dahin", sagt Simone Garnich. Den Zeitraum zwischen dem 22. Januar und 14. Februar nehmen die Heimleitung und die Polizei als Tatzeitraum an.

Bewohnerin Elfriede Wustrow macht sich sogar ein wenig Vorwürfe. Die 88-Jährige bewohnt ein Zimmer direkt mit Blick auf die Statue. "So oft schaue ich raus. Und nun ausgerechnet in dem Moment nicht", sagt die Burgerin, weil sie sich sehr gewünscht hätte, die Diebe zu ertappen. Sie ist entrüstet: "Es ist doch einfach rücksichtslos, einfach alles wegzunehmen.

Bewohner sind entrüstet

Pflegerin Cathleen Dübecke spekuliert gemeinsam mit den Heimbewohnern: "Vielleicht waren es Schrottdiebe?" Rentnerin Klara Schmidt ist ebenso empört. "Die sollen die wieder rausrücken." Die 86-Jährige lebt seit zehn Jahren im Marienweg und ist sich sicher, dass die Statue schon von Anfang an dort ihren Platz hatte.

Der Burger Künstler Wilhelm Baier weiß es noch genauer: 1990 wurde die Statue aufgestellt. Die Stadt hatte die "Kunst am Bau" noch zu DDR-Zeiten in Auftrag gegeben. Der 69-Jährige ist enttäuscht, glaubt aber nicht, dass seine Skulptur wieder auftaucht. "Das werden Metalldiebe gewesen sein", vermutet der Burger Metallbildhauer. Seine Kunst wurde nicht zum ersten Mal zur Beute. Im August 2013 entfernten Diebe die "Marktfrauen" am Neustädter Platz in Magdeburg.

Wilhelm Baier hat keinen schnellen Ersatz parat für die Bewohner des Altenpflegeheims am Marienweg.

Da bleibt erst mal nur die leere Metallplatte und ein Foto, das der Künstler noch hat.

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