In dem Bereich des angedachten Windeignungsgebiets bei Zeppernick sind offenbar sämtliche Milan-Horste und andere Großvögelnester entfernt worden. Bei der Polizei wurde Anzeige erstattet.

Zeppernick l Drei natürliche Horste und vier vom Menschen geschaffene Nistplätze sind nach Angaben der Zeppernicker Bürgerinitiative (BI) "Unsere schöne Heimat" verschwunden. Die Nisthilfen hatte die BI im Frühjahr 2013 in der Gemarkung aufgebaut. Am gestrigen Freitag erstattete man Anzeige gegen Unbekannt. Die Polizei wird wegen Diebstahls im besonders schweren Fall ermitteln.

Das Gebiet bei Zeppernick, Loburg und Möckern gilt als bevorzugtes Bruthabitat für Rot- und Schwarzmilan, Mäusebussard, Fischadler und Turmfalke. Ebenso als Nahrungserwerbsraum für diese und andere Vogelarten. 14 Rot- und Schwarzmilanhorste wurden bei Begehungen in den vergangenen zwei Jahren nachgewiesen und kartiert. Der Loburger Vogelkundler Dr. Christoph Kaatz sprach daher von einem kriminellen Akt und einem großen Schaden für die Natur.

Die Rotmilane sind geschützte Vögel. "60 Prozent aller Rotmilane auf der ganzen Welt brüten in Deutschland - die meisten in Ostdeutschland. Wir haben hier also eine Weltverantwortung", so Kaatz. Rund 24 000 Paare gibt es weltweit, im nun betroffenen Bereich wurden nach Angaben der Bürgerinitiative die Nester von vier Brutpaaren zerstört oder entwendet.

Zur Zeit kehren die seltenen Rotmilane aus dem Winterquartier wieder zurück. Der März ist die Paarbindungszeit der zurückkehrenden Tiere, Ende März bis April erfolgt die Eierablage. Genutzt werden dabei häufig die selben Horste. Der Milan gilt als relativ nesttreu - wenn denn die Horste da sind. "Das ist ein wahnsinniger Einschnitt und Verlust", sagt Kaatz. "Es ist schwer zu sagen, ob die Vögel nun wieder hier brüten oder anderswo hinziehen werden."