Um den Wildverbiss auf dem Friedhof Ost in Burg einzudämmen, lässt die Stadt an der Berliner Chaussee einen höheren Zaun bauen. Auch zwei Tore werden repariert beziehungsweise erneuert.

Burg l Mit Hirsch Heinrich, der rasch den Weg von einem benachbarten Gattergelände am Brehm zum Friedhof fand, konnten sich die meisten Besucher wegen seines imposanten Eindrucks noch anfreunden, mit den Rehen, die auf vielen Gräbern zu jeder Tages- und Nachtzeit einen gedeckten Tisch finden, eher weniger. Viele Angehörige beklagen seit Jahren immense Verluste an frischen Blumen oder Pflanzen (Volksstimme berichtete). Auf der jüngsten Stadtratssitzung machte auch Annegret Schmidt aus der Kreisstadt ihrem Herzen Luft.

Die Stadt will das Problem nun endgültig lösen. Zwar wurde im vergangenen Jahr auch ein erfahrener Jäger beauftragt, am Rande des rund 16 Hektar großen Geländes morgens oder abends die Büchse anzulegen, das aber hat nur einen Teilerfolg gebracht. Auch deshalb, weil eine Bejagung des befriedeten Geländes schon wegen der Sicherheit schwierig genug und auf wenige Stunden begrenzt ist.

Deshalb wurde jetzt der Neubau eines 120 Meter langen anthrazitfarbenen Doppelstabgitterzaunes in Auftrag gegeben. "Denn die bestehende, rund 60 Zentimeter hohe Bossensteinmauer ist deutlich zu niedrig, um die Rehe fernzuhalten", begründete Sonnhild Noack, Fachbereichsleiterin Stadtentwicklung/Bauen. Fest steht: Für die Tiere ist es bislang ein Leichtes, dort hinüberzuspringen. Nicht aber über einen Zaun, der 1,80 Meter hoch sein wird und damit eine echte Barriere darstellt.

Einige Meter vom Haupteingang entfernt soll zudem die Wirtschaftseinfahrt zur Kapelle mit einem neuen Stahltor versehen werden, weil das alte durchgerostet und nicht mehr zu reparieren ist. Auch das Tor am Flämingsteig an der Nordseite wird erneuert, ergänzte Noack. Sie appelliert in diesem Zusammenhang an die Friedhofsbesucher, dieses Tor auch zu schließen. "Wird es immer wieder offen gelassen wie bisher, gelangen die Rehe vom Stadtwald weiterhin auf den Friedhof."

Wenn alle Arbeiten beendet sind - die Stadt investiert dafür rund 13 000 Euro -, sollen Mitarbeiter des Bauhofes noch einmal den Friedhof durchtreiben, damit die Rehe, die noch auf dem Gelände sind, zurück in den Wald "gelotst" werden können.