Dörnitz/Altengrabow l Rund 400 belgische Soldaten mit rund 100 Fahrzeugen des 2. Bataillon de Commandos aus Namur, zirka 40 Kilometer entfernt von der deutschen Grenze, haben in den zurückliegenden zwei Wochen auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow geübt. Die Fallschirmjäger waren zum ersten Mal zu Gast. "Die Übungsmöglichkeiten sind hervorragend. Übungen wie unser Bataillonsschießen können wir nicht überall durchführen", erklärte Oberstleutnant Vincent Pierard. Und Hauptmann Patrick Mauer ergänzte: "In Belgien haben wir solche großen Plätze nicht. Dort können wir nur bis Kompaniestärke üben."

Schwerpunkt der zweiwöchigen Ausbildung auf dem Truppenübungsplatz war das Zusammenspiel von Gruppe, Zug, Kompanie und Bataillon. Patrick Maurer: "Wir haben seit Januar 30 junge Soldaten dabei. Für sie ist diese Ausbildung neu. Es ist quasi eine Grundausbildung für die jungen Soldaten."

Zum Abschluss gab es ein großes Bataillonsschießen. Geschossen wurde dabei mit scharfer Munition. "Wir als Fallschirmjäger müssen immer bereit sein, um weltweit einsetzbar zu sein", so Vincent Pierard. Deshalb seien solche großen Übungseinheiten auch enorm wichtig. Und so waren rund 300 Soldaten beim Bataillonsschießen auf dem Truppenübungsplatz. Sie waren zu Fuß sowie in Aufklärungs- und Unterstützungsfahrzeugen unterwegs. Die übrigen 100 sorgten für die Sicherheit und die Versorgung der übenden Truppe.

Belgier testen neues System beim Mörserschießen

Integriert in die Großübung war auch ein artilleriebegleitendes Schießen (Mörserschießen). Dabei testeten die belgischen Soldaten ein neues System, über das die Bundeswehr nicht verfügt. Doch dabei lief noch nicht alles glatt.

So blieb plötzlich ein Mörser im System stecken. Schneller Rückzug aus der Reichweite war angesagt. Es hieß jetzt Ruhe bewahren. Sanitäter und belgische Kampfmittelbeseitiger standen bereit, um notfalls einzugreifen. Aber das war nicht erforderlich, denn nach einigen Minuten hatten die Soldaten das Problem beseitigt. Der Mörser war unversehrt und konnte so noch einmal verwendet werden. Geschossen wurde über eine Entfernung von rund 2,5 Kilometern.

Die freie Zeit nutzten die Soldaten auch, um sportlich fit zu bleiben. Ob mit Laufen oder mit Fahrradfahren, genügend Platz dafür war ja vorhanden.

Vincent Pierard und Patrick Maurer lobten die gute Zusammenarbeit mit dem Objektmanagement, der Feuerwehr und dem Truppenübungsplatz. Schon beim Einsatz in Afghanistan habe man gut mit den Deutschen zusammen gearbeitet. Auch die Sprachbarriere vom Französischen und Flämischen zum Deutsch wurde von beiden Seiten gut gemeistert.

In drei Wochen geht es für das Bataillon für eine große Amphieübung nach England. Dort wird zusammen mit Holländern und Franzosen geübt. Anschließend geht es nach Pau in Frankreich. Und Ende September steht dann ein Einsatz im Kongo an. Vincent Pierard: "Wir werden dort die kongolesischen Kommandos ausbilden."

   

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