Sie fliegen durch die Luft. Sie drehen sich auf dem Kopf. Und sie laufen auf ihren Händen. Dafür trainieren die Breakdancer Dioleno Ribeiro und Dioze Ribeiro acht Stunden täglich. Der nächste Auftritt der Brüder aus Brasilien: Die Benefizveranstaltung in der Burger Stadthalle am Sonnabend.

Burg l Im Urlaub hat Yvonne Sander die Brüder kennengelernt. Dileno und Dioze Ribeiro haben ihren Kindern Unterricht im Tanzen gegeben. Da standen die beiden Brasilianer abends noch auf den Bühnen ägyptischer Hotels.

"Ich hatte das Gefühl, dass die Zwei dort völlig falsch sind und dort hängen bleiben würden", erinnert sich Yvonne Sander. Sie ist selbst Tänzerin und war sofort beeindruckt von dem Können der Jungs. Es ist eine Mischung aus Breakdance und Capoeira, ein brasilianischer Kampftanz, den Dileno und Dioze Ribeiro in ihren Shows zeigen. Seit einem Jahr sind die Brasilianer jetzt in Deutschland. Aufgetreten sind sie bereits mit der preisgekrönten Breakdance-Gruppe Da Rookies - neue Choreografien haben die Brasilianer mit entwickelt. Immer im Doppelpack.

"Wir ergänzen uns gegenseitig", erklärt der 25-jährige Dioleno Ribeiro. "Jeder hat seinen eigenen Stil, der eine kann die Figur besser, der andere die", fügt sein 23-jähriger Bruder an. Alles in gutem Englisch. Deutsch funktioniert noch nicht ganz so gut. "Wir können auf deutsch zählen, eins, zwei, drei, vier...", sagt Dioleno stolz. Und das reiche für ihr zweites Standbein: Tanzunterricht.

Vom Grundschüler bis zum Erwachsenen - beim Tanzen habe jeder die Chance seinen eigenen Stil zu entwickeln. Die Brüder trainieren dafür zwischen fünf und acht Stunden pro Tag. Ihre Künstlernamen: Fama und White. Egal ob Zaun, Wippe oder Baumstumpf - die Brasilianer nutzen jede Gelegenheit, um neue Figuren auszuprobieren. Und die wollen sie jungen Tänzern beibringen. An einer Magdeburger Grundschule sind sie bereits regelmäßig zu Gast. Und die Kinder sind begeistert - von den brasilianischen Lehrern. Mit Perfektionismus geht es in Richtung Backspin, Turtle und Drehtritt.

"Ohne diesen Ehrgeiz wären sie sicher nicht so gut geworden", sagt Yvonne Sander. Gemeinsam mit der Zumba-Lehrerin und ihren Tänzerinnen treten die Jungs am Sonnabend in der Burger Stadthalle auf - ohne Gage. Denn es ist eine Rotary-Benfizveranstaltung mit der Band Schmerzlos.

Die Jungs haben noch sechs Geschwister in Brasilien. Sobald sie Geld übrig haben oder Preise gewinnen, schicken sie es nach Hause. Doch für die Veranstaltung wird kein Eintritt erhoben - um Spenden wird gebeten. Der Rotary Club Burg-Genthin will mit seiner bisher größten Benefizveranstaltung Geld für ein Sozialprojekt in Tansania sammeln. Es soll ein Lehrer für Vorschulkinder finanziert werden, der den Massai-Kindern dort die Möglichkeit gibt, in die Schule zu gehen. "Bildung ist für das Volk ganz wichtig, damit sie ihre Interessen auch kommunizieren können", macht Rotary-Präsident Rainer Aumann deutlich.

280 Anmeldungen sind bereits beim Rotary Club eingegangen. Weitere Anmeldungen für die Veranstaltung sind nicht mehr möglich.

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