Auch bei Ihleburg verändert der Elbe-Havel-Kanal jetzt sein Gesicht: Der Ausbau der Wasserstraße zwischen der Ihleburger Brücke und der Zerbener Schleuse hat begonnen.

Ihleburg l Gebaut wird nun an beiden Enden des Kanal-Abschnitts. Vor knapp einem Jahr erfolgte der erste Spatenstich für den Neubau der Schleuse bei Zerben auf einer Gesamtlänge von etwa 1,7 Kilometer. Etwa drei Kilometer lang ist der Kanalabschnitt, mit dessen Ausbau jetzt bei Ihleburg (Brücke) begonnen wurde und der sich bis zum Oberwasser der Schleuse Zerben erstreckt.

Es handelt sich, so Kristine Eberhardt vom Wasserstraßen-Neubauamt Magdeburg, um den letzten großen Abschnitt des Kanalausbaus mit Tondichtung. Denn in diesem Streckenabschnitt liegt der Kanalwasserspiegel bis zu zwei Meter über dem umliegenden Gelände, was den Einbau einer wasserundurchlässigen Tondichtung erforderlich mache. Während der geplanten, vierjährigen Bauzeit müssen unter anderem 650 000 Kubikmeter Erde abgebaggert und auf 230 000 Quadratmetern Böschungs- und Sohlsicherungsarbeiten mit der Verlegung von Geotextil, Tondichtung und Steinschüttung durchgeführt werden.

Einen ersten Eindruck von diesen landschaftsverändernden Baumaßnahmen bekommt man gegenwärtig im Bereich der Ihleburger Brücke. Dort wurden bereits Rodungs- und Erdarbeiten durchgeführt. Zum Auftragsvolumen, das an die Firma Strabag Wasserbau vergeben wurde, gehört auch der Teilrückbau der alten Ihleburger Schleuse, da sich deren Reste im Ausbaubereich befinden. Die Ihleburger Schleuse war in den Jahren 1865 bis 1872 gebaut worden. Die Schleuse hatte eine Länge von 47 Metern und war acht Meter breit. Nach dem Bau der Zerbener Schleuse verlor die Ihleburger Schleuse 1937 ihre Bedeutung, wurde zugeschüttet. Erhalten geblieben sind die ehemaligen Schleusenwärter-Häuschen.

Zur aktuellen Kanalbaumaßnahme zwischen Ihleburger Brücke und Zerbener Schleuse gehören auch die Umverlegung des Kanalseitengrabens auf einer Länge von zwei Kilometern sowie der Bau eines Betriebsweges auf 2,5 Kilometern Länge.

Der Aushub des Kanalausbaus soll unweit der Parchauer Brücke zwischengelagert werden. Das rief jetzt Anwohner aus Parchau und Ihleburg auf den Plan, die über ihre Ortsbürgermeister, Lutz Wernecke und Josef Woska, die Befürchtung artikulierten, dass ein Abtransport per Lkw durch Ihleburg und Parchau Lärm und Straßenschäden verursachen würde. Darum ihre Forderung, dass das Baggergut auf dem Wasserweg abgefahren wird. Die Stadt Burg hat sich deshalb mit dem Wasserstraßen-Neubauamt in Verbindung gesetzt.

Der Elbe-Havel-Kanal wird zurzeit von etwa 30 Frachtschiffen täglich befahren. Ziel des Kanalausbaus ist die uneingeschränkte Befahrung mit bis zu 110 Meter langen Großmotorschiffen und bis zu 185 Meter langen Schubverbänden.