Von weitem begrüßt er schon die Gäste des Ortes Menz: der Kirchturm der Dorfkirche. Seit 2012 ist das wieder der Fall, dank des Fördervereins Menzer Kirche. Am Wochenende feierte der Verein 10-jähriges Bestehen.

Menz l Eine Ruine, die auf dem Berg in Menz prangte, innen wucherte das Gras, die Kinder spielten in den zerfallenen Mauern, für wenige sichtbar, denn die Bäume waren längst über die Höhe der alten Mauern hinausgewachsen: Die Rede ist von der alten Kirche. "Ich erinnere mich noch an meinen Beginn hier. Der Anblick war wenig paradiesisch", dachte Gerhard Schlegelmilch, ehemaliger Pfarrer der Gemeinde, in seinen Grußworten zurück. "Doch jetzt sehe ich einen lebendigen Verein, der aus dem Gebäude wieder das gemacht hat, was es ist: die Menzer Kirche."

Und wie lebendig der Verein wirklich ist, dass war den Worten des Vereinsvorsitzenden Fritz Schmiehl in seiner Rede zu entnehmen. Unzählige Aufräumarbeiten auf dem Berg bis runter zur Gruft, Innenausbau, Erntedankfeste, Spendenaktionen zum Wiederaufbau des Kirchturms, Konzerte und die Wiederbelebung des Krippenspiels zählte er unter anderem auf. Dabei war von viel Auf und Ab zu hören. Mal sollte es Geld geben, dann fehlte es an den Eigenleistungen, dann wartete man lange auf die Vereinszulassung, Entdeckungen in und bei der Gruft ... die Liste ist lang.

Wie alles begann, hatte vor allem Ortschefin Margit Peters noch genau vor Augen: Zur 800-Jahr-Feier bekamen wir ein Bild geschenkt, das Menz noch mit Kirchturm zeigte. Da wurde die Idee geboren", erinnerte sie sich. "Am 17. März 2004 gründeten dann 23 Personen in der Menzer Gastronomie Deutsches Haus den Verein - ich kam eine halbe Stunde zu spät", sagte Schmiehl und lachte, als er daran zurück denkt.

Doch so sehr zehn Jahre Vereinsbestehen Grund sind, in die Vergangenheit zu schauen, sahen die Menzer bei der Festveranstaltung am Wochenende lieber Richtung Zukunft. "Unsere ersten Ziele, den Kirchturm wieder aufzubauen, den Kirchberg als Bodendenkmal herzurichten und zu pflegen und damit auch eine Heimatverbundenheit zu schaffen beziehungsweise aufrecht zu erhalten, das haben wir schon ganz gut geschafft", konstatierte Schmiehl. Die nächsten Aufgaben sieht er jetzt vor allem im Erhalt des Geschaffenen, außerdem soll die Elektroanlage erneuert beziehungsweise ausgebaut werden und die Glocke sowie der Glockenturm sollen ein Thema sein. "Dafür werden wir wieder Spenden brauchen", kündigt der Vereinschef schon einmal an. Eine Vereinsidee: Wer 100 Euro spendet, wird mit einem Schild an einer Stufe zum Glockenturm hinauf verewigt.

Pfarrer Schlegelmilch traf mit seinem originelle Geschenk genau diesen (Spenden-)Nerv: Er schenkte dem Verein die Prägung von 500 Anhängern mit der Menzer Kirche, die dann verkauft werden sollen. Mit etwas mehr als 1000 Euro rechnet der Pfarrer hier an Einnahmen - ein stolzer Spendenbetrag, wenn er zusammen kommt. "Die Gestaltung liegt in euren Händen, aber die Rechnung, die schickt ihr mir", beteuerte er gleich zweimal.

Auch Jens Hünerbein, Bürgermeister der Gemeinde Gommern war unter den Gästen. Er zog den Hut vor so viel Engagement und dankte dem Verein vor allem für eins: "Dass sie ein Wahrzeichen unserer Gemeinde wieder zum Leben erweckt haben, dafür kann man nicht genug Dank sagen."

   

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