Burg l Land unter in der Kreismusik- und Kreisvolkshochschule am Montag: Als Musikschulleiterin Yvonne Nitzsche das Gebäude betreten will, strömt ihr das Wasser buchstäblich entgegen. Von der Decke im Erdgeschoss läuft Wasser in den Eingangsbereich, die Wände herunter, sammelt sich vor den Stufen zu den höher gelegenen Räumen. "Das war ein ganz schöner Schreck", sagt sie.

In Windeseile muss sie einen Ausweichraum für einen Integrationskurs finden, der eine halbe Stunde später starten soll. Fündig wird sie auf der anderen Straßenseite bei den Berufsbildenden Schulen "Conrad Tack". Dann stehen Telefonate mit Handwerker, Kreisverwaltung und Mitarbeitern an.

Mittlerweile steht fest: Das Wasser kam aus dem zweiten Obergeschoss und hat sich durch Decken und Wände einen Weg bis nach unten gesucht. "Wir sind froh, dass wir die Instrumente vor ernsthaftem Schaden bewahren konnten", sagt Rainer Voß, Leiter der Kreismusikschule. Die Einrichtung hat ihre Unterrichtsräume im zweiten Stock. Die Möbel, die vom Wasser verschont geblieben sind, und die Instrumente stapeln sich nun in den Räumen, die nicht vom Wasserschaden betroffen sind. Ein Flügel lehnt hochkant an der Wand. "Wenn das Wasser weg ist und die Räume wieder trocken sind, müssen erst mal die Klavierstimmer anrücken", sagt Voß.

Schulleiter Voß sucht Räume in Burg für Musikstunden

Im Moment wisse er noch nicht, wie der Lehrbetrieb der Musikschule weitergehen solle. "Wir dürfen das Musikschulgebäude in Burg nicht nutzen, bis die Handwerker wieder abgerückt sind", sagt er. Wann das sein wird, weiß er nicht genau. Ende April, vielleicht Mai. Seine Hauptaufgabe ist es jetzt, den Unterricht für die kommenden Wochen zu organisieren. "Wer uns in Burg Räume für den Unterricht mit unseren Schülern zur Verfügung stellen kann, kann sich telefonisch bei uns melden", bittet er.

Die Kreisvolkshochschule hat ihre Kurse schon größtenteils ins Trockene verlegen können. Die Berufsbildenden Schulen "Conrad Tack" und das Rolandgymnasium in der Burger Innenstadt helfen aus. "Dafür bedanken wir uns ausdrücklich. Nur unsere Computerkurse müssen ausfallen. Auf die Schnelle haben wir noch kein Kabinett gefunden, das die Programme vorweisen kann, die wir für unsere Kurse brauchen", erklärt Yvonne Nitzsche.

Genaue Zahlen zum Schaden gibt es noch nicht. "Wir gehen von mehreren Zehntausend Euro aus, müssen aber die Angebote der Handwerker abwarten", sagt Henry Liebe, Pressesprecher des Landkreises Jerichower Land.