Das Grundwasser drückt in den Kellern vieler Haushalte hoch, die Räume laufen voll und viele wissen sich nicht anders zu helfen, als die Feuerwehr um Hilfe zu bitten. Wann die Feuerwehr ausrückt und wie man sich selbst behelfen kann, erklärte Kreisbrandmeister Walter Metscher Volksstimme-Volontärin Arlette Krickau.

Volksstimme: Wann rückt die Feuerwehr aus, um Keller auszupumpen?

Walter Metscher: Wenn Gefahr in Verzug ist. Darunter verstehen wir keinen absaufenden Partykeller, sondern beispielsweise Heizungs- oder andere elektrische Anlagen, die durch das Wasser beschädigt sind und damit Leib und Leben gefährden würden.

Volksstimme: Wie viele Abpump-Einsätze hatten die Feuerwehren seit Beginn des Hochwassers?

Walter Metscher: Wir hatten bisher etwa 100 Anfragen aus dem gesamten Kreis. 50 davon sind wir nachgekommen, da dort Gefahr bestand.

Volksstimme: Wer trägt die Kosten für diese Einsätze und wie hoch sind sie?

Walter Metscher: Die Kosten hängen von der jeweiligen Gebührensatzung der Kommune ab, in der die Wehr zum Einsatz kommt. Ab 350 Euro aufwärts kann man rechnen. Bei einer entsprechenden Versicherung trägt diese die Kosten.

Volksstimme: Kann man vorsorgliche Maßnahmen in seinem Keller treffen?

Walter Metscher: Viele, die mit Wasser im Keller rechnen, haben so genannte Schwimmerschächte eingebaut. In denen ist eine stationäre Pumpe, die bei steigendem Pegel durch einen Schwimmer aktiviert wird.

Volksstimme: Wenn der Keller bereits vollgelaufen ist, wie kann ich mir selbst helfen?

Walter Metscher: Der Einsatz von Tauchpumpen aus dem Baumarkt funktioniert gut. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass nicht das ganze Wasser abgepumt wird. So würde man förmlich das Wasser wieder anziehen und der Keller läuft im Nu wieder voll. Besser ist es, in Intervallen abzupumpen und immer einen gewissen Pegel in den Räumen zu belassen, der dann einen Gegendruck zum hochdrückenden Grundwasser bildet, so dass es nicht mehr so stark eindringen kann.