Burg/Genthin (am) l Die FDP des Jerichower Landes wird am 25. Mai keinen Kandidaten um das Amt des Landrates ins Rennen schicken. Das haben die Liberalen nach Aussagen ihres Kreisvorsitzenden Allard von Arnim auf ihrem Kreisparteitag am Wochenende in Biederitz beschlossen. Zugleich fordert die Kreis-FDP den derzeit suspendierten Landrat Lothar Finzelberg (parteilos) auf, von einer erneuten Kandidatur für das Amt zu verzichten.

Es gebe erhebliche Bedenken in der Partei, wenn Finzelberg auch künftig das Jerichower Land führe und präsentiere, betonte von Arnim. "Landrat Finzelberg hat in den letzten Jahren eine gute Arbeit gemacht. Das sage ich ganz ausdrücklich. Und, das betone ich ebenfalls, es gilt die Unschuldsvermutung angesichts des nicht rechtskräftigen Urteils zu den Aussagen im Untersuchungsausschuss. Doch es drohen weitere Verfahren zu schweren Vorwürfen, all dies schadet dem Kreis - auch künftig", erläuterte von Arnim die Beweggründe.

In der Debatte auf dem Parteitag gab es auch mehrheitlich Kritik an den drei Kreistagsmitgliedern der FDP für ihre Stimmenthaltung bei der Beschlussfassung zur Suspendierung des Landrates. Der Kreistag hatte Anfang März mit großer Mehrheit beschlossen, Finzelberg zu suspendieren. Zuvor war bekannt geworden, dass gegen ihn Anklage wegen Bestechung und Bestechlichkeit erhoben wurde (Volksstimme berichtete).

Für die Kommunalwahlen am 25. Mai sieht sich die Kreis-FDP nach von Arnims Aussagen gut aufgestellt, mit gestandenen Kandidaten wie den drei Kreistagsabgeordneten. "Wir haben in den drei Wahlbereichen über 30 Kandidaten für den Kreistag. In Genthin haben wir doppelt so viele Bewerber wie vor fünf Jahren." Im Wahlbereich II (Burg-Möckern) seien die Liberalen ebenfalls gut aufgestellt. Im Bereich III (Gommern-Biederitz-Möser) "sieht es ordentlich aus, auch wenn wir hier mehr Kandidaten hätten haben wollen."

Obwohl es in FDP-Reihen einen Bewerber für die Landratskandidatur gab, hat der Kreisparteitag dies letztlich abgelehnt, informierte von Arnim auf Nachfrage. "Wir wollten stets einen Kandidaten, der auch Aussichten hat und nicht nur aus Alibigründen", stellt er klar.