Burg l Schwund der Gemeindeglieder, keinen Pfarrer im Pfarrbereich Grabow - der Kirchenkreis Elbe-Fläming steht alles andere als positiv da, will aber gemeinsam die Aufgaben der nächsten Jahre meistern.

"Wenn wir zurückblicken, dann werden wir so einiges finden, das brach liegt. Dinge, die Kraft gekostet haben", sagte Ute Mertens, Superintendentin des Kirchenkreises Elbe-Fläming am Sonnabend bei der ersten Tagung der Kreissynode 2014. Mit dem Ruhstand von Pfarrer Rüdiger Völker im Pfarrbereich Grabow/Hohenseeden zum 1. Februar spricht sie eines der Dinge an, die Kraft gekostet haben. "Einige Interessenten auf diese Stelle gibt es bereits. Wir hoffen, dass in diesem Bereich ein Neuanfang bald möglich wird", so die Superintendentin.

Ein weiteres Thema, das drückt, ist der Schwund an Gemeindegliedern. Letzter Stand: 16518. Im Vergleich zu den Vorjahren ist das ein Rückgang von 2,5 bis 2,7 Prozent pro Jahr bei einem Rückgang der Einwohnerzahlen um ein Prozent. "Das ist in der Tat erschreckend, und da sind gute Ideen gefragt, wie dem zu begegnen ist, wirklich wichtig", machte die Superintendentin deutlich. Von der Anzahl der Gemeindeglieder würden unter anderem auch die finanziellen Zuweisungen der Landeskirche abhängen, so Mertens. "Die Prognosen in der Gemeindegliederentwicklung in unserem Kirchenkreis können uns leicht resignieren lassen. Stellenplanung kann nicht nur von reinen Zahlen beeinflusst werden, dann werden wir über kurz oder lang Arbeitsbereiche haben, die nicht mehr gut von den Mitarbeitern bewältigt werden können", verdeutlichte die Superintendentin. Der wiedergewählte Präses der Kreissynode des Kirchenkreises ergänzte: "In Zukunft müssen wir uns nicht nur um unsere Mitglieder kümmern, sondern eben auch um jene, die die Kirche ablehnen."

Um weiter aufmerksam zu machen, will der Kirchenkreis vor allem das Reformationsjubiläum 2017 und die Landesgartenschau (Laga) in Burg 2018 nutzen. "Der Sachsen-Anhalt-Tag in Gommern ist vielen Menschen noch in Erinnerung auch wegen der warmherzigen Atmosphäre im Kirchendorf. Das müssen wir bei zukünftigen Ereignissen wieder so hinbekommen", betont Mertens. Des Weiteren müsse genau überlegt werden, wie sich die Kirchen auf der Laga einbringen können. "170 Tage Kirche auf der Laga, das bietet viele Chancen. Mit kleinen Mitteln viel zu erreichen, dass wird eine Aufgabe sein, die unseren Weg säumt", erzählte die Superintendentin.

Für die Zukunft wird der Kirchenkreis verantwortlich, mit den zur Verfügung stehenden Mitteln umgehen müssen. Dazu gehöre eine kluge Haushalterschaft mit Perspektiven und Ideenreichtum. "Wir werden verstärkt nachfragen müssen, wie ein saniertes Gebäude nachhaltig genutzt werden kann und wie Räume förderlich für eine missionarische Gemeindearbeit im besten Sinne eingesetzt werden können", erklärte die Superintendentin. Der Kirchenkreis werde sich zukünftig nicht nur bei der Gemeindegliederentwicklung, sondern auch bei der Stellenkonstellation Gedanken machen müssen. Auch hier seien neue Ideen und Überlegungen gefragt.

Als weitere Aufgabe sieht die Superintendentin eine noch stärkere Vernetzung von kirchlicher und diakonischer Arbeit im Kirchenkreis. "Das kann den Gemeinden neue Impulse geben. Ein guter Anfang ist durch die Mitwirkung von fast allen großen Trägern diakonischer Arbeit in der Kreissynode gemacht", stellte die Superintendentin klar. Insgesamt müsse sich die Kreissynode aber Gedanken machen über langfristige Perspektiven für den Kirchenkreis Elbe-Fläming. "Wir müssen uns die Frage stellen, was unseren Kirchenkreis ausmacht und was wir tun können, um weiterhin arbeits- und lebensfähig zu bleiben", fasste Mertens zusammen.