Die Kreuzung B1/B184 in Heyrothsberge wird noch in diesem Jahr baulich verändert. Auf der Wasserturmkreuzung in Genthin wurden die Unfälle halbiert. Verletzte gab es vor allem auf der Magdeburger Chaussee am Ortsausgang Burg. Dazu ist im Kreis ein neuer Unfallschwerpunkt dazugekommen.

Burg/Genthin/Heyrothsberge l Drei schwerverletzte Personen bei sechs Unfällen am Abzweig zur Verkehrswacht Jerichower Land, machten die Magdeburger Chaussee am Ortsausgang Burgs zur gefährlichsten Kreuzung im Jerichower Land im vergangenen Jahr. "Hier müssen wir uns weiter Gedanken machen", sagte auch Polizist Reiner Fahrland bei der Tagung der Verkehrsunfallkommission am Dienstag. Eine separate Linksabbiegerspur aus Burg kommend zur Verkehrswacht sei nicht ohne weiteres möglich. "Der Radweg und eine Brücke, die der Bahn gehört, verhindern das, weil so die Breite für eine zusätzliche Spur fehlt", verdeutlichte Fahrland. Harald Siebeck, Leiter der Straßenmeisterei in Körbelitz, ergänzte: "Hier müssen viele Dinge in Angriff genommen werden, das würde zehn Jahre dauern."

Mit insgesamt elf Unfällen hat es 2013 an der Kreuzung B1/B246a in Burg, der Umleitungsstrecke, am häufigsten gekracht. "Hauptsächlich mussten wir hier Auffahrunfälle registrieren, und hatten Glück, dass keine Personen verletzt wurden", betonte Fahrland. Mit dem zweiten Bauabschnitt wurde eine zusätzliche Rechtsabbiegerspur gekennzeichnet. "Danach rollte der Verkehr. Weitere Veränderungen wird es hier nicht geben."

Definitiv Veränderungen wird es in Hohenwarthe an der Kreuzung B1/B184 geben. Obwohl die Anzahl der Verkehrsunfälle von 23 im Jahr 2012 auf zehn im vergangenen Jahr reduziert werden konnte, ist diese Kreuzung seit Jahren ein Unfallschwerpunkt im Jerichower Land. "Hier ist die linke Abbiegerspur in Richtung Magdeburg nur zwei Meter breit. Obwohl darauf hingewiesen wird, verlieren einige Autofahrer hier oft die Kontrolle, besonders wenn neben ihnen ein Lkw fährt", erzählte Fahrland. Der Landesstraßenbaubehörde ist das Problem bekannt, darum wird es noch in diesem Jahr Veränderungen geben. Das bestätigte Regionalbereichsleiter Hartmut Pöhlert. "Die Mittelinsel wird baulich verändert, weil beim Abbiegen von der B184 auf die B1 Richtung Magdeburg die Schleppkurve für Lkw auf der linken Seite nicht ausreichend ist. Der Bord der Mittelinsel wird beschädigt und es kommt zu Problemen für den Straßenverkehr", begründete Pöhlert auf Volksstimme-Nachfrage. Weitere Einzelheiten seien allerdings noch nicht bekannt. Die Ausschreibungsphase soll erst beginnen. Für die Bauarbeiten werde dann wohl eine Spur gesperrt werden müssen, kündigte der Bereichsleiter der Landesstraßenbaubehörde an.

Halbiert (von 14 auf sieben) wurden die Unfälle an der sogenannten Wasserturmkreuzung in Genthin. Ein Schriftzug "B107" auf der Straße wurde weggenommen, damit sich vor allem die Lkw rechtzeitig einordnen. "Das funktioniert mittlerweile ganz gut. Der Verkehr läuft dort einwandfrei. Probleme gibt es nur dann, wenn die Ampel ausfällt", sagte Reiner Fahrland.

Erst 2013 zum Unfallschwerpunkt geworden, ist die Kreuzung Grünstraße/Franzosenstraße in Burg. Mit sieben Verkehrsunfällen hat es dort so oft gekracht wie selten zuvor. Das Problem: Die Grünstraße ist eigentlich eine 30er Zone mit Vorfahrtsschildern. Nur an der besagten Kreuzung gilt rechts vor links, wie es eigentlich in einer 30er Zone üblich ist. "Die Situation hier muss definitiv noch einmal betrachtet werden. Entweder man zieht die 30er Zone komplett durch oder man muss die Straße durchbeschildern. Hier besteht sofortiger Handlungsbedarf", betonte der Verkehrspolizist.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Kreuzung Geschwister-Scholl-Straße/Jahnstraße in Genthin. Hier schlägt Fahrland vor, dass Vorfahrt-beachten-Schild gegen ein Stopp-Schild mit einer Haltelinie auszutauschen. "Bislang hat man dort keine richtige Orientierung zur Hauptrichtung. Mit der Änderung kann man sich überzeugen, ob die Strecke frei ist. Viele machen das im Moment nicht", machte Fahrland deutlich. Dagegen die Ampelphasen verlängert hat man auf der B107 an der Kreuzung Richtung Nielebock.

Insgesamt haben sich die Unfälle im Jahr 2013 im Vergleich zu 2009 um 278 auf 2669 verringert. Doch Fahrland appelliert an die Autofahrer: "Ein Großteil der Unfälle ist eine Sache der Geschwindigkeit. Die Fahrer müssen sich an Veränderungen besser anpassen."

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