Jeder Gommeraner Haushalt soll Zugang zum Internet haben. Das ist nicht nur der Wunsch des Bürgermeisters Jens Hünerbein, sondern auch des Staates - und sehr vieler Einwohner. Bis 2020 soll es ermöglicht sein.

Gommern l Vor allem in Dornburg und Ladeburg sei die Situation nervtötend, sagte Jens Hünerbein. Der Gommeraner Bürgermeister meint damit, dass in diesen beiden Orten zurzeit die geringste Abdeckung mit Breitbandanschlüssen für das Internet vorzufinden sei. Aber auch in vielen anderen Teilen der Einheitsgemeinde sei die Abdeckung mit dem schnellen Internet unbefriedigend. Um das zu ändern, hat Gommern schon in den Haushalt eine Summe von 300 000 Euro eingeschrieben, um den Ausbau voranzutreiben. Nun gibt ein neues Förderprogramm Hoffnung auf eine andere Lösung. Diese will Gommern zusammen mit dem Landkreis bestreiten, denn der habe bessere Möglichkeiten, den Eigenanteil für die Förderung aufzubringen, erklärte Jens Hünerbein.

Der 50-fache Wert der ursprünglichen DSL-Geschwindigkeit soll nach dem neuen Willen der Bundesregierung spätestens 2020 überall mindestens verfügbar sein. Beim ersten Angriff auf die "weißen Flecken", die unterversorgten Gebiete vor allem im ländlichen Raum, sollten es noch zwei Megabit pro Sekunde sein.

Um endlich alle Ortschaften mit dem schnellen Internet zu versorgen, schließt sich Gommern nun dem Programm des Landkreises an. Denn: "Als Standortfaktor für Unternehmen ist ein Hochleistungsbreitband-Internet maßgeblich. Es geht nicht ohne", weiß Hünerbein. Zwei mögliche Varianten gebe es, um die noch nicht angeschlossen Areale an die Versorgung anzuschließen. Dass diese bislang noch nicht angeschlossen sind, ist meist auf mangelnde Wirtschaftlichkeit für die Netzunternehmen zurückzuführen.

Dieses könnte in der Variante eins, dem Leer-Rohr-Verfahren, umgangen werden. Dabei stelle die Kommune die leeren Kabel-Rohre bereit und der Firma entfallen so die Kosten für Ausschachtungen und andere Baumaßnahmen, sagte Hünerbein. "Es kann sogar dazu führen, dass Gommern das Netz betreibt und eine Konzession vergibt, was Einnahmen generiert", fügte er hinzu.

Variante zwei schließe die Wirtschaftlichkeitslücke auf eine andere Weise. Dabei soll die Fehlsumme, die bis zur Wirtschaftlichkeit benötigt wird, von der Stadt übernommen werden. "Gommern refinanziert sich dann durch die Förderung", erklärte der Bürgermeister.

Bevor es aber zu einer Entscheidung komme, müsse der Bedarf ermittelt werden. "Bei dieser Aktion geht es darum, dass jedermann, ob Bürger, Handwerker, Händler oder Gewerbetreibender, sein Interesse an schnellem Internet bekunden kann." Die Daten fließen in die Bedarfsermittlung für den Kreis ein. "Es ist davon auszugehen, dass es schneller zum Ausbau kommt, je höher der Bedarf ist", machte Hünerbein deutlich. 2015 soll der Ausbau schon beginnen.

Noch bis zum 11. April könne jeder Bürger seinen Bedarf anmelden. "Dazu ist ein Formular auszufüllen und an die Firma Institut für Informations- und Kommunikationstechnik UG Co. KG, Zackmünder Straße 4 in 39218 Schönebeck zu schicken", erklärte Hünerbein.

Die Firma sei mit der Ermittlung vom Land beauftragt. Die erforderlichen Formulare sind in der Stadtverwaltung Gommern, Platz des Friedens 10, Zimmer 13 ausgelegt.

Auch auf der Webseite www.gommern.de kann das Formular heruntergeladen werden.