Während sich in einigen Orten des Jerichower Landes Ortschaftsräte auflösen, wollen andere Volksvertreter auch zukünftig etwas auf dem Dorf bewegen. Zum Beispiel in Schartau. Und dafür holen die Schartauer auch die Polizei und das Burger Ordnungsamt mit ins Boot.

Schartau l Sich nur um den Frühjahrsputz, das Osterfeuer oder das Feuerwehrjubiläum zu kümmern, das reicht der Mannschaft um Ortsbürgermeister Dr. Hans-Horst Borg und Stellvertreter Marcus Teschner nicht aus. "Auch Ordnung und Sicherheit sind wichtige Aspekte einer funktionierenden Gemeinschaft", unterstreicht Dr. Borg, der jetzt zum wiederholten Mal Vertreter des Polizeireviers Jerichower Land und des Burger Ordnungsamtes zu einer Ortsbegehung eingeladen hatte, um aufgetretene Probleme zu diskutieren - und nach Möglichkeit aus der Welt zu schaffen.

Aus polizeilicher Sicht schätzte zunächst Dietmar Schellbach, Leiter des Polizeireviers Jerichower Land, ein, dass Schartau, was das Kriminalitätsgeschehen im Ort betrifft, gut da steht, das heißt, dass 2013 nur sehr wenige Straftaten aktenkundig geworden sind, die in Schartau passierten. Konkret gab es 2013 in Schartau acht Straftaten, darunter ein Diebstahl und zwei "Rohheitsdelikte", was Schellbach erwähnenswert erschien. Durch seine "Sackgassenlage" bliebe Schartau im Wesentlichen von den Delikten verschont, mit denen die Polizei des Jerichower Landes in anderen Orten des Landkreises zu kämpfen hat: Einbrüche in Einfamilienhäuser/Wohnungen und Pkw-Diebstähle vornehmlich der Marken VW, Audi und Skoda. "Das passiert vor allem rechts und links der Autobahn", so Schellbach, der die Schartauer dennoch ermunterte, polizeiliche Beratung in Anspruch zu nehmen, um vor Kriminalität welcher Art auch immer gewappnet zu sein.

Speziell für Landwirte gebe es ein weiteres Angebot, so der Kreis-Polizeichef weiter, wobei zum Beispiel Fragen der Ladungssicherheit besprochen werden können. Zum Verkehrsunfallgeschehen konnte Schellbach mitteilen, dass es 2013 in der Gemarkung von Schartau zehn Unfälle gab: vier innerorts und sechs außerorts.

Zum Abschluss seiner Ausführungen erklärte Schellbach, dass gerade in Orten wie Schartau eine gute Nachbarschaft die beste Prävention sei. "Und wer Verdächtiges feststellt, der sollte sich nicht scheuen, die Polizei zu informieren, auch wenn es sich dann als Fehlalarm herausstellt", so Schellbach.

"Eine gute Nachbarschaft, die haben wir in Schartau", entgegnete Dr. Borg. Was natürlich nicht heißt, dass es noch besser werden könnte. Parken auf der falschen Straßenseite, Ruhestörungen, freilaufende Hunde - solche Ordnungswidrigkeiten sind auch in Schartau an der Tagesordnung und rufen in regelmäßigen Abständen das Burger Ordnungsamt auf den Plan. "Wie bei der Kriminalität ist Schartau auch bei Ordnungswidrigkeiten nicht problematisch, aber wir verfolgen die uns bekannten Vorfälle, wozu wir allerdings die Hilfe von Zeugen brauchen", erklärte der in der Burger Verwaltung zuständige Fachbereichsleiter Jens Vogler.

Bei einem Rundgang durch Schartau, der sich an das Rundtisch-Gespräch anschloss, nutzen Dr. Borg und seine Ortschaftsräte die Gelegenheit, auf augenfällige Probleme hinzuweisen, wie zum Beispiel auf ein herrenloses Grundstück im Ortszentrum, das immer mehr verkommt. Oder auf das Fehlen eines zweiten Verkehrsspiegels an der Kreuzung Alte Lindenstraße/Schartauer Hauptstraße/Zum Sportplatz. "Wer als Autofahrer aus der Lindenstraße kommt, braucht diesen Spiegel unbedingt", so Dr. Borg.