Trotz einer erfolgreichen Arbeit im Jahr 2010 blickt Joachim Borghans, Vorsitzender der Verkehrswacht Jerichower Land in Burg, skeptisch auf das neue Jahr. Sogar von Aufhören war die Rede.

Burg. "Schließen und Auflösen oder anderweitige Geldquellen erschließen." Damit konfrontierte der Vorsitzende Joachim Borghans jetzt anlässlich der Jahreshauptversammlung die Mitglieder.

Drastische Einnahmeverluste und nur noch 6 statt der benötigten 15 Ein-Euro-Jobber bewogen den Vorsitzenden dazu vorzuschlagen, die Jugendverkehrsschule zu schließen und nur noch die Geschäftsstelle zu erhalten. Außerdem sollen die Fahrradcodierung, die Geschwindigkeitsmessstationen und Kindergeburtstage gestrichen werden. "Mit einer Arbeitszeit von nur noch vier Stunden am Tag der Ein-Euro-Jobber und weniger Arbeitskräften können wir unsere Programme und Veranstaltungen nicht mehr absichern. Damit fällt unsere Qualität. Der Verein kann dies niemals aus eigenen Kräften und Mitteln absichern. Ich bin soweit, dass ich sage, ich muss nach 18 Jahren aufhören. Es tut mir in der Seele leid", so Joachim Borghans. Außerdem sei von der Stadt Burg nichts zu erwarten.

Von der Landesverkehrswacht habe man bisher noch keinen Cent für die Betriebskosten erhalten. Er forderte den Landkreis auf, "endlich Prioritäten zu setzen. Die Verkehrserziehung und Verkehrssicherheit sind keine freiwilligen Aufgaben". Und wenn von den Gemeinden und Schulen kein Geld mehr komme, sei im Juli Schluss.

Dem Pessimismus des Vorsitzenden konnte und wollte der Landtagsabgeordnete der CDU, Markus Kurze, so nicht folgen. Auch andere Vereine haben diese Probleme. "Die Situation der Ein-Euro-Jobber kann sich im Laufe des Jahres noch verbessern. Es besteht da durchaus Hoffnung", so Markus Kurze. Auch sei die Verkehrswacht in der Jugendhilfeplanung enthalten. "Ich möchte Euch schon motivieren, die Flinte nicht ins Korn zu werfen", so Kurze.

Und so stimmten die Mitglieder dem Vorschlag, auf Mini-Jobs und Aufwandsentschädigungen zur Entschärfung der Arbeitskräftesituation zurück zu greifen, einstimmig zu. Dies ist laut Satzung möglich. Trotz der aktuellen Probleme konnte im Rechenschaftsbericht für das zurückliegende Jahr ein positives Fazit gezogen werden. Zu den Höhepunkten zählte dabei der Kauf eines neuen Vereinsbusses, der "Mobilen Verkehrsschule".

39 öffentliche Veranstaltungen, davon 12 der Aktion "FahrRad, aber sicher", acht der Aktion "Junge Fahrer" sowie 13 der Aktion "Mobil bleiben, aber sicher", wurden in 22 Grundschulen, 8 Sekundarschulen, 3 Gymnasien und 7 Förderschulen durchgeführt. Dabei wurden 15 000 Teilnehmer betreut. In Kindertagesstätten wurde unter anderem 45-mal das Winterprogramm vorgestellt. In den Schulen wurden insgesamt mehr als 4500 Schüler unterrichtet.

Die Geschwindigkeitsmessstationen wurden in der Stadt Burg und im Landkreis aufgebaut. Es gab drei separate Fahrradcodierungen.

Kindergeburtstage wurden mit als 50 Kindern 7-mal auf dem Gelände des Verkehrserziehungszentrums gefeiert.

Die Verkehrswacht war an 241 Veranstaltungen beteiligt, die von 20 674 Teilnehmern besucht wurden. Mitarbeiterin Anke Panwitz absolvierte die Weiterbildungen zum "Moderator" und für das Ausbildungsprogramm "Kinder im Verkehr".

Das Fahrsicherheitstraining wurde in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr erfolgreich durchgeführt. Die Büroräume in der Geschäftsstelle erhielten einen neuen Fußboden. Der Vorstand wurde für die Arbeit im Jahr 2010 einstimmig entlastet. Der Haushalts- und Arbeitsplan für 2011 wurde von den Mitgliedern verabschiedet.

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