Wechsel an der Spitze des Burger Logistikbataillons: Oberstleutnant Karl Wilhelm Wenz (41) wird Nachfolger von Armin Sprengel (45). Der Oberstleutnant wechselt nach zweieinhalb Jahren Burg in die Niederlande an einen Standort in der Nähe von Maastricht.

Burg l Nein, irgendwie wollten sich die äußeren Umstände dem Anlass nicht anpassen. Der verflixte Freitag startete an der Burger Clausewitz-Kaserne mit einer Verschiebung des feierlichen Appells zur Kommando-Übergabe. Die Vollsperrung der Autobahn nach schwerem Unfall sorgte für verspäteten Zeremoniebeginn. Und als es dann losging, prasselte ein unangenehmer Vormittagsregen auf die Protagonisten herab. Zudem ist das Heeresmusikkorps mit zwei Bussen in Hannover gestartet, aber nur einer in der Kreisstadt angekommen.

"Schönste Zeit meiner 25-jährigen Laufbahn."

Oberstleutnant Armin Sprengel

Keiner der Akteure ließ sich etwas anmerken - militärisch exakt bekam Armin Sprengel alle Übergabe-Standards inklusive Truppenfahne in Paradeaufstellung und Ausfahrt im Felddienstfahrzeug. "Eine Kommandoübergabe ist eigentlich nichts Besonderes, sondern militärischer Alltag", sagte Sprengel, der die Zeit in Burg "als schönste aber auch arbeitsintensivste in meiner 25-jährigen Laufbahn" bezeichnete. Und: "Meine Vorgänger hatten mich gewarnt, dass die Aufgabe hier sehr, sehr schwer sein würde - sie hatten Recht."

In seine Dienstzeit fielen mehrere Ereignisse, von denen er seinen Enkeln noch Spannendes berichten kann. Dazu gehört der siebenmonatige Auslandseinsatz im vergangenen Jahr in Afghanistan als Leitverband des Logistikbataillons Mazar- e Sharif.

Sprengel: "Das Wichtigste war, dass alle wohlbehalten zurückgekehrt sind." Für ihn war es nicht der erste Auslandseinsatz. Nach der Balkankrise diente Sprengel als Stabsoffizier in Tetovo, später in Mostar. Das trifft auch auf seinen Nachfolger zu: Karl Wilhelm Wenz war als KFOR-Logistiker 2006 im Kosovo, genauer in Prizren.

Zweiter Schwerpunkt der Arbeit von Armin Sprengel in Burg war die neue Struktur des Bataillons. Nach der Umgliederung im Oktober des vergangenen Jahres besteht das Bataillon als Teil der Streitkräftebasis aus sechs Kompanien mit knapp 1000 Soldaten und Zivilbeschäftigten. Sprengel: "Es ist uns gelungen, fast jeden der es wollte am Standort zu halten."

Die Burger Logistiker stellen unter anderem die Versorgung des Bataillons sicher. Sie transportieren Versorgungsgüter aller Art aus den Depots zu anderen Truppenteilen in ganz Deutschland, meist in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen.

"Will das Jerichower Land besser kennenlernen."

Oberstleutnant Karl Wilhelm Wenz

Als Kommandeur des Logistikkommandos der Bundeswehr übergab Hans-Erich Antoni das Kommando von Sprengel an Wenz. Der Generalmajor hat eine ganz einfache Definition des Begriffs Kommandeur: "Er ist derjenige, zu dem die anderen aufschauen."

Das dürfte im Falle von Karl Wilhelm Wenz ab heute der Fall sein. Der neue Kommandeur ist ein Schwabe, der in Hamburg lebt. Die vergangenen zwei Jahre verbrachte der Vater von zwei Söhnen (zwei Jahre / sechs Monate) im britischen Innsworth. Zur Volksstimme sagte er: "Zurück in Deutschland lernt man wieder die hiesigen Tugenden und Werte schätzen." Als Beispiel nannte er die Bürokratie: "Ich habe dort vier Monate benötigt, um ein Auto zuzulassen. Das funktioniert in Deutschland sehr viel besser."

Bis auf Weiteres will Wenz Berufspendler bleiben: "Meine Frau ist in der Nähe von Hamburg in den landwirtschaftlichen Betrieb ihrer Eltern eingebunden."

Jedoch ist ihm der Begriff "Jerichower Land" nicht neu: "Auf dem Weg zu einem früheren Standort bin ich häufig durch diesen Landkreis gefahren. Jetzt freue ich mich darauf, die Menschen und die Region hier besser kennenzulernen."

Bilder