Nur wenige Menschen kamen zur Kranzniederlegung am Dannigkower Denkmal am Sonnabendmorgen. Dort gedachten sie der Opfer des Befreiungskrieges.

Dannigkow l Rund 100 Meter vom heutigen Denkmal in Dannigkow entfernt ereigneten sich am 5. April 1813 die ersten siegreichen Gefechte der preußisch-russischen Alliierten gegen die Truppen Napoleons. Zwar zogen sich die Franzosen relativ schnell zurück, das Ereignis wurde aber bald zur Legende und motivierte die Truppen gegen die Besatzer zusätzlich. Am Denkmal legten Dannigkower am Sonnabend einen Kranz nieder und gedachten der Opfer der Befreiungskriege. Ortsbürgermeister Heinz-Hellmer Wegener erinnerte an die Geschehnisse von damals. Die Zeiten seien für die Bevölkerung in Dannigkow un den umliegenden Orten sehr hart gewesen, weil sich die Orte permanent unter Besatzung befanden. Die Männer wurden für die Armee rekrutiert, Vieh und Getreide für den Erhalt der Truppen beschlagnahmt. So herrschte lange Zeit Not im Ort.

Seit 1995 legen die Dannigkower dort Kränze nieder, seit 2010 wird anschließend die Heimatstube besucht.

"Meistens passte es immer mit der Kranzniederlegung der historischen Truppen zusammen. In diesem Jahr leider nicht, die Darsteller haben einen anderen Zeit-Plan und kommen am nächsten Wochenende", erklärte Wegener. Angesichts der Anstrengungen des vergangenen Jahres zum 200. Jahrestag könne er aber verstehen, dass die Truppen etwas kürzer treten wollen.

"Ich möchte heute noch einmal daran erinnern, was ich vor einem Jahr an der gleichen Stelle gesagt habe: `Möge dieser Stein jederzeit ein Mahn- , Ehr- und Gedenkstein sein", sagte Wegener.

1913, als der Stein errichtet wurde, habe das so auch der Ortsvorsteher Schröder gesagt. "Leider ging sein Wunsch nicht in Erfüllung. Ein Jahr später brach der erste Weltkrieg aus, die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts."

Wegener ergänzte, dass aus seiner Sicht die Auslandseinsätze der Bundeswehr dem Friedenswunsch vieler widersprechen. Auch das habe er schon vor einem Jahr gesagt.