Der Ortschaftsrat von Ihleburg setzt jetzt um, was er sich Anfang 2014 vorgenommen hatte: Im Gedenken an die Ihleburger, die im Zweiten Weltkrieg Opfer wurden, soll das vorhandene Kriegerdenkmal mit deren Namen ergänzt werden. Und die gesamte Anlage am Sportplatz soll wieder würdig hergerichtet werden.

Ihleburg l Ins Gespräch gebracht hatte den Vorschlag Ortschaftsrat Ralf Huchel. Seine Abgeordnetenkollegen und die Burger Stadtverwaltung zeigten sich damals sofort einverstanden.

"Ursprünglich wollten wir die Platte am bestehenden Denkmal, das an den Ersten Weltkrieg erinnert, anbringen. Die Untere Denkmalbehörde war einverstanden, nur die Obere Denkmalbehörde in Halle nicht", erklärt Ralf Huchel. Es sei nicht statthaft, so die Anweisung aus Halle, bestehende Denkmäler zu verändern. Eine weitere Forderung war, sollte der existente Obelisk bei der Gelegenheit gesäubert werden, dann nicht so, dass er neu wirkt. "Es sollte sichtbar bleiben, dass die Säule ihre lange Geschichte hat", wiederholt Huchel die Vorgabe der Denkmalschützer. Das sei geschehen. Es erfolgte nur eine Säuberung des schlanken Mahnmals.

Wie aber soll die Absicht umgesetzt werden, die Ehrenstätte um eine Tafel zum Gedenken an den Zweiten Weltkrieg zu bereichern? "Wir entschieden uns, einen Findling auf dem Zuweg zum Denkmalhügel aufzustellen. Die Suche nach dem Stein und den Transport übernimmt dankenswerterweise Gilde-Beton", sind Ralf Huchel und der Ortschaftsrat froh.

Dass auf der künftigen Tafel, die aus schwarzem Granit bestehen soll und am Findling angebracht wird, 33 Namen gefallener und verschollener Ihleburger des Zweiten Weltkrieges zu lesen sein werden, ist Hannes Schmidt zu verdanken. "Vermutlich ist Hannes derzeit der älteste Ihleburger. Er hat ein fabelhaftes Namensgedächtnis. Er weiß sogar noch, wo sie einst im Dorf wohnten", erzählt Huchel. Olaf Töpsch, er könnte als Ortschronist bezeichnet werden, nahm sich der Namen an und listete sie auf. "Um auf Nummer sicher zu gehen, keinen umgekommenen Ihleburger zu vergessen, besuchten wir den allwöchentlichen Rentnernachmittag im Gemeindehaus und legten sie den Senioren zur Begutachtung vor", schildert der Ortsrat den Werdegang. Sogar ehemalige Ihleburger in Hessen und Dannenberg wurden befragt.

Mit der neuen Gedenktafel soll nicht nur an Ihleburger Opfer erinnert werden. "Bewusst wollen wir den Satz `Den namenlosen Opfern von Kriegsfolge und Gewaltherrschaft zum Gedenken` einprägen lassen", kündigt Huchel an. Einbezogen werden soll mit den Worten zum Beispiel der unbekannte KZ-Häftling, dessen Grab sich an der Verbindungsstraße Ihleburg-Parchau befindet.

Derzeit werden Angebote von Steinmetzbetrieben eingeholt, die die Tafel anfertigen sollen samt Eintrag der Namen. "In diesem Monat starten wir eine Sammelaktion in Ihleburg, um die Anfertigung bezahlen zu können. Ich bin gewiss, dass einiges Geld zusammenkommen wird", ist Ralf Huchel optimistisch.

Was noch zu erledigen war, dass das Areal rund um das Denkmal aufgefrischt werden musste. Der Ortschaftsrat, der Fußballverein und mancher Ihleburger waren im Einsatz. Die Fläche wurde von Unkraut befreit, eine Ameisenburg erhalten und kenntlich gemacht. Wucherndes Gebüsch wurde beseitigt. Dafür wurden als Ersatz 40 Hainbuchen gepflanzt, bezahlt von der Burger Gärtnerei Dietrich sowie aus dem Etat der Stadtverwaltung. "Am 8. Mai soll der Findling enthüllt werden. Burgs Pfarrer Gümbel und die Kirchengemeinde Ihleburg/Parchau wollen den Festakt unterstützen", kündigt Ortschaftsrat Ralf Huchel an.

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