Parchen l Unterschiedliche Ansichten von Land und Kreis zum Schulentwicklungsplan standen im Mittelpunkt des Bildungsausschusses. Dieser fand am Mittwoch in der Parchener Förderschule statt. Die Stadt Genthin hielt zeitgleich ihren Bildungs-, Kultur- und Sozialausschuss ab.

Rückblick: Der Landkreis hat einen Schulentwicklungsplan vorgelegt. Dieser muss vom Landesschulamt genehmigt werden. Die gute Nachricht verkündete der amtierende Landrat Bernhard Braun zuerst: "Im Wesentlichen ist dieser Plan genehmigt." Ein "aber" musste Braun allerdings hinterherschieben: In der Zeitplanung stimmen Kreis und Land nicht überein.

Um welche Schulen geht es? Die Sekundarschulen Möckern und Loburg werden als Gemeinschaftsschule zusammengelegt. So blieben beide Schulen erhalten, Loburg allerdings nur als Außensitz von Möckern. Die Förderschule für Lernbehinderte in Parchen wird zur Förderschule mit Ausgleichsklassen. Burger Schüler werden dann in Parchen unterrichtet. Dass das passieren soll, darüber sind sich Land und Kreis einig. Unterschiedlicher Auffassung sind sie darüber, wann es passieren soll. Der Schulentwicklungsplan des Kreises gibt den 1. August 2015 als Starttermin an. Laut Landesschulamt zu spät, es fordert die Umsetzung der Maßnahmen zum 1. August 2014.

Bernhard Braun sagte dazu: "Die Verwaltung ist mit diesem Termin nicht einverstanden. So schnell geht das nicht." Der Kreistag wird nun Widerspruch einlegen. Noch heute sind Gespräche mit Vertretern des Landesschulamtes geplant. "Wenn das nichts bringt, muss ein Gericht entscheiden", erklärte Braun. "Dann klagen wir."

Diese Haltung des Landkreises begrüßte die Parchener Schulleiterin Bianka Richter: "Bei uns in Parchen soll eine neue Schulform entstehen. Das ist ein schwerer Weg, den wir langsam angehen sollten."

Auch aus baulicher Sicht spreche laut Kreisvorstand Bernd Girke einiges für den späteren Termin. "Große Umbauten sind nicht nötig, dafür aber kleinere Eingriffe." Zum Beispiel müsse der Parkplatz neu angeordnet und in die Wärmedämmung investiert werden. Girke stellte klar, dass das auch zur Not zu 2014 möglich wäre. Aber: "Das ist sehr ungünstig. Man müsste dann im laufenden Schulbetrieb bauen."

"Das geht gar nicht", sagte Wolfgang Bernicke (parteilos): "Man kann hier nicht bauen und beschulen, schließlich handelt sich um Problemkinder."

Das bekräftigte Bernhard Braun: "Theoretisch ist es möglich, während des Schulbetriebs an der Wärmedämmung zu arbeiten. Aber in der Praxis ist es schwierig, wenn Baumaterialien draußen rumstehen, während diese Kinder den Schulhof nutzen." Braun zeigte sich zuversichtlich, dass das Landesschulamt dem Start 2015 zustimmt. "Die sind ja nicht die Reinkarnation des Bösen."

Er führte außerdem an, dass Schulschließungen längere Anfahrtswege bedeuten. Matthias Graner (SPD) hatte gefragt, wie sich die Zusammenlegung der Schulen auf den Schulbusverkehr auswirke.

Genauere Informationen zu diesem Thema hatte Jugendamtsleiter Dr. Ralph Focke: "Da gibt es keine dramatischen Änderungen. 14 Schüler, die jetzt die Burger Schule besuchen, wohnen in Burg. 13 in Genthin. So ergeben sich jetzt 420 Fahrkilometer, wenn alle nach Parchen fahren, sind es mit 398 sogar etwas weniger."

Focke: "Hier treffen besondere Kinder zusammen. Das erfordert eine solide Vorbereitung. Es wäre dramatisch, wenn wir das zum 1. August 2014 übereilen müssten." Der Landkreis werde sich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass das Landesschulamt den Termin überdenkt.

Gerd Mangelsdorf (CDU) fragte nach den Kosten, die für die Stadt Genthin anfallen. Diese ist im Besitz der Gehwege, dort soll die neue Parkfläche hin. Bernhard Braun konnte die Genthiner Stadträte beruhigen. "Das bezahlt der Landkreis, die Stadt Genthin muss uns nur erlauben, dort zu bauen."

 

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