Im Gegensatz zu anderen Ratssitzungen kam in der jüngsten Sitzung von Stegelitz ein fast vergessenes Thema wieder auf die Tagesordnung: die Risikoanalyse.

Stegelitz l Das von einer externen Firma erstellte Papier erregt seit über einem Jahr die Gemüter der freiwilligen Feuerwehrleute in der Einheitsgemeinde. Es soll Aufschluss über die Einsatzbereitschaft und die technische Ausstattung der 28 Ortsfeuerwehren der Einheitsgemeinde geben und - in einer überarbeiteten Version auch die aktuelle Löschwassersituation darstellen.

Der Stegelitzer Ortswehrleiter Hartmut Lehmann, Mitglied der Stadtwehrleitung, informierte im Stegelitzer Rat über den letzten Stand des Papieres. Zuletzt hatte es ein Treffen der Stadtwehrleitung und der im Stadtrat vertretenen Fraktionen gegeben, um über Risikoanalyse und Feuerwehrbedarfsplanung zu sprechen.

Für Stegelitz sieht der Ortswehrleiter ein "gewisses Potenzial", denn mit dem Seniorenwohnheim und dem Jugendwerk ALEP sind bedeutsame Objekte zu schützen. Hinzu kommen neben den landwirtschaftlichen Großbetrieben auch die Unternehmen im Stegelitzer Industriegebiet "Dammfeld". Hier sind die Firmen Osnatol und Carbotec als Schwerpunkte zu nennen. Demgegenüber steht eine Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr Stegelitz nur in der Zeit von 18 Uhr bis 6 Uhr. "Tagsüber sind etwa drei bis vier Leute verfügbar. Die Einsatzbereitschaft kann nicht garantiert werden", so Hartmut Lehmann.

Gemeinsame Übungen mit der Feuerwehr Tryppehna

Eigentlich sind sechs Kameraden im vorhandenen Löschfahrzeug das "Muss". Gemäß einer Vereinbarung rücken im Einsatzfall auch die Feuerwehren Tryppehna und Möckern mit aus. Seit Herbst werden gemeinsame Übungen gefahren, so Lehmann. "Tryppehna und Stegelitz ergänzen sich auf technischer Seite", meint Thomas Teichgräber. Eine Kooperation mit Wörmlitz bot sich nicht an, weil die dortige Wehr im Alarmplan bereits einen Zusammenschluss mit Ziepel und Büden bildet. "Wir sind auf einem guten Weg, unser Fahrzeug ist gut bestückt, die Pumpe ist generalüberholt", so Wehrleiter Lehmann. Die Risikoanalyse sieht für eine spätere Neuanschaffung ein kleineres Fahrzeug als derzeit vor.

Besonders im Gewerbegebiet sei eigentlich eine besondere Technik vonnöten, erläuterten die anwesenden Feuerwehrleute in der Stegelitzer Ratssitzung. Denn die vorhandene Funktechnik sei nicht explosionsgeschützt. In gefährlichen Einsatzgebieten sei das Funken demnach nur bedingt möglich.

Aus gesetzlicher Sicht ist die derzeitige Löschwasserversorgung in Stegelitz in Ordnung, allerdings wünschen sich die Blauröcke gerne noch einen Löschwasserbrunnen im Ortszentrum und in der Lindenstraße dazu. Von gegebenem Grundschutz spricht man dann, wenn über einen gewissen Zeitraum 800 Liter Löschwasser pro Minute zur Verfügung stehen.

Für den Objektschutz im Stegelitzer Gewerbegebiet sind die jeweiligen Unternehmen selber zuständig. Verwundert reagierte Ratsmitglied Ulrich Strobach auf den Bericht: "Dass im Ort Handlungsbedarf besteht, steht in der Risikoanalyse nicht. Da reden wir von Technik und investieren in Fahrzeuge und Ausrüstung und dann fehlt im Ort das Wasser!"