Die Jungen und Mädchen sollen Gefahren früh erkennen und im Ernstfall entschlossen handeln. Das vermittelten die Mitarbeiter des Kinder- und Jugend-Sicherheitsteams in den vergangenen Tagen den Hortkindern.

Gommern l "Wie sollst Du reagieren?", fragte Sicherheitsassistentin Katharina Godderidge. "Voll laut und volle Pulle", ruft Mia Köthnig und tritt der jungen Frau kräftig vor das Schienbein. Dieses ist mit einem Sandsack geschützt, damit der Assistentin nichts passiert. Denn die Hortkinder sollen so stark es geht dort gegen treten. "Wir versuchen es so realitätsnah wie möglich ablaufen zu lassen, ohne dass wir den Kindern Angst machen", erläuterte Sicherheitsdozentin Ellen Hase. So heißen die beiden Mitarbeiterinnen, die im Auto warten und versuchen die Kinder in das Gefährt zu ziehen "Mitschnacker". Das komme aus dem Norddeutschen: Schnacken heißt Reden, erklärte Ellen Hase. "Weil die Täter versuchen, die Kinder durch Reden zu locken", fügte sie an. Es klinge nicht so schlimm und die Kinder würden sich so besser auf das konzentrieren, was sie in den vergangenen Tagen gelernt haben. "Sich verständlich zu machen, laut zu sein, Aufmerksamkeit zu bekommen und auch Dinge wie `Wohin laufe ich, wenn ich weglaufe`", erklärte sie weiter. Gester fand der Parcours statt, an dem die drei wichtigsten Themen für die Kinder noch einmal durchgespielt wurden. "Dafür gibt es Punkte und später eine Urkunde", sagte die Mitarbeiterin des Kinder- und Jugend-Sicherheitsteams aus Barleben.

Neben dem Verhalten bei Ansprechen durch Erwachsene übten die Kinder auch den Umgang mit dem "Räuber". Dabei lernen die Kinder, dass die eigene Gesundheit wichtiger ist als materielle Dinge, erläuterte die junge Frau.

Das dritte Schwerpunktthema ist das aufmerksame Verhalten im Internet. "Das betrifft zwar eher die Jugendlichen, wir fangen aber mit den Schülern in der vierten Klasse schon an. Sie beginnen nämlich schon mit der Kommunikaton über das Internet."

Die Jungen und Mädchensollen lernen, dass sich nicht immer Kinder auf der anderen Seite befinden. "Wenn sie ein komisches Gefühl haben, solle sie sich an ihre Eltern wenden."

Die Mütter und Väter berichteten den Mitgliedern des Teams oft, dass ihre Kinder diesen Ratschlag beherzigen und ihnen so schon Dinge gezeigt hätten, die sonst wohl verborgen geblieben wären, sagte sie. Einmal im Jahr besucht das Team den Hort. "Wir fragen die Kinder dann, ob sie etwas vom Gelernten gebraucht haben. Sie sagen nicht selten ja", fügte die Sicherheitsdozentin an. Deswegen werde der Kurs immer wieder aufgefrischt.

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