Der Sportverein Blau-Weiß Loburg will seinen Sportplatz umbauen. Statt der ovalförmigen Laufbahn soll ein Kleinspielfeld für die Fußballjugend entstehen. In der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates wurde dieses Vorhaben kontrovers diskutiert.

Loburg l Ortsbürgermeister Bernd Wünschmann machte gleich zu Beginn der Thematik klar, was er davon hält, nämlich gar nichts. Sein Argument: "Um in den Genuss der Förderung durch den Landessportbund zu kommen, muss sich der Fördergeldempfänger verpflichten, den neuen Kleinfeldplatz für 25 Jahre zu erhalten. "Wir wissen doch gar nicht, ob der Platz in den kommenden Jahren überhaupt noch gebraucht wird oder später nicht doch mehr Läufer hier trainieren wollen", argumentiert der Loburger Ortschef.

Das sieht Bernd Kupsch anders. Er ist nicht nur Mitglied des Ortschaftsrates von Loburg, sondern auch der Vorsitzende des SV Blau-Weiß Loburg. Wenn man in Loburg von Sport spricht, meint man vor allem Fußball und nicht Leichtathletik. Sieben Kinderfußballmannschaften führt Bernd Kupsch ins Feld. Da wird es auf dem Hauptrasenplatz eben eng. Ein kleineres Spielfeld wäre da ideal. Als geeigneten Platz hat man sich das obere Ende des Großspielfeldes auserkoren. Da wäre Platz - wenn man die umlaufende Aschebahn kappt.

Laufbahn in Training integrieren

Auch Ratsmitglied Jörg Zilski ist skeptisch: "Eigentlich sollte die Laufbahn mehr in das Training einbezogen werden", meint Zilksi, der selber die Bahn zum sportlichen Rundendrehen nutzt. Hier könnte man anständig auf Zeit laufen, das wäre ja auch bei Sportabzeichen nötig, argumentieren diejenigen,die sich für den Erhalt der Laufbahn aussprechen. Bernd Kupsch kontert: "Hier ist schon ewig kein Sportabzeichen gemacht worden."

Dem Vorschlag von Bernd Wünschmann, den alten Bolzplatz beim ehemaligen Freibad zu nutzen, wollte der Sportvereinschef wegen der Distanz zum Sportlerheim mit Duschen und WCs nicht folgen.

Fraglich scheint derweil, ob diese Diskussion überhaupt in den Ortschaftsrat getragen werden musste. Ortschef Bernd Wünschmann erklärte, dass der Ortschaftsrat nicht beschließendes Organ in dieser Sache sei. Dennoch wurde eine Abfrage der Meinungen der Ortschaftsräte vorgenommen. Fünf Ortschaftsräte befürworteten den Umbau des Sportplatzes, drei Ratsleute lehnten dies ab. Ein Mitglied enthielt sich seiner Stimme.

Der Vorstand des Sportvereines und die Mannschaftsleitungen hätten den Entschluss gefasst, und ein Antrag an das Bauamt sei bereits verschickt worden. Auf den schriftlichen Förderbescheid wartet man derzeit noch. Es geht nach Aussagen von Vereinschef Bernd Kupsch um 22 000 Euro Gesamtkosten für Kleinspielfeld und die Beleuchtung. Die Förderung läge bei 50 Prozent, 11 000 Euro müsste der Verein selbst stemmen.