In den an Ehle und Elbeumflut gelegenen Ortschaften Biederitz, Heyrothsberge, Gübs und Gerwisch sind gestern umfangreiche Sicherungsmaßnahmen gegen das steigende Hochwasser erfolgt. In Biederitz ist der Deich an der Radrennbahn stabilisiert und geschlossen worden. In Gübs standen die Sicherung einer Deichbaustelle kurz vor dem Abschluss.

Biederitz/Gübs/Gerwisch/Heyrothsberge. Die Anspannung vor der nahenden Flut ist in den hochwassergefährdeten Ortschaften förmlich zu spüren. Es wird Geschäftigkeit entfaltet, keine Hektik. Mit steigenden Wassern haben die Bewohner immer wieder und regelmäßig zu tun. Und doch schwingt jedesmal, wenn die Flut kommt, ein ungewisses, ängstliches Gefühl mit. Was wird in den nächsten Stunden und Tagen passieren?

Ein mulmiges Gefühl treibt auch die Bewohner der kleinen Wohnsiedlung an der Radrennbahn in Biederitz um. Das Areal ist gestern in einer Aktion von Gemeindearbeitern und Beschäftigten der Firma Dähne Bau gesichert worden. Der vorhandene Deich, der schon 2002 das Gebiet vor dem Absaufen schützte, ist geschlossen und wasserseitig mit Folie abgedeckt worden. Rund 4500 vor Ort gefüllte Sandsäcke stabilisieren ihn. Heute soll ab 9 Uhr ein weiterer Deich hinter dem Tennisheim geschlossen werden. Die Lostauer Straße ist im hinteren Bereich bereits gesperrt.

Seit 8 Uhr läuft seit gestern am Heyrothsberger Siel eine Hochleistungspumpe, die die Magdeburger Stadtwerke zur Verfügung stellte. Kameraden der freiwilligen Feuerwehr hatten für die ersten 24 Stunden Wache und Kontrolle übernommen. Stündlich wird die alte Ehle um 900 Kubikmeter Wasser entlastet, das über den Deich in das Umflutgelände der Elbe befördert wird. Das Siel ist geschlossen worden. Mit dieser Maßnahme wird die Hochwassersituation vor allem in Gübs entspannt.

In den späten Nachmittagsstunden ist gestern auch die Baustelle am Deich bei Gübs abgenommen worden, informierte Burkhard Henning, Direktor des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft. Seit Dienstag hatten dort rund 20 Kollegen der Firma Arikon aus Brandenburg bei Tag und Nacht eine Deichbaustelle gesichert. Auf einer Länge von rund 900 Metern ist der Deichfuß mit Flies und einer ein Meter starken Sandschicht stabilisiert worden.

Die Wasserwehr der Gemeinde Biederitz ist in Bereitschaft. Wasserwehrleiter René Germer steht mit seinen Abschnittsleitern im ständigen Kontakt. In Gübs sind Einwohner per Post darüber informiert worden, dass sie im Fall der Fälle zum Dienst als Deichwache eingesetzt werden können.

In Gerwisch, so Wehrleiter Wolfgang Beckmann, habe man den neuen mobilen Deich so weit vorbereitet, dass er schnell eingesetzt werden kann.

Bürgermeister Kay Gericke sagte, die Verwaltung habe eine Flut-Hotline eingerichtet. Rund um die Uhr ist die Nummer (03 92 92) 60 37 2 besetzt.

Im Landkreis gilt derzeit Alarmstufe 2, erklärte Kreissprecher Henry Liebe. Erst bei Stufe 4 werde ein Krisenstab eingesetzt. Bis dahin müssten in den Gemeinden und Städten die Feuerwehren die Aufgaben zur Gefahrenabwehr wahrnehmen. Gesperrt seien die sogenannte Schweinebrücke über die Ehle in Biederitz sowie die Kreisstraße zwischen Prödel und Lübs.

 

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