Wie kann Burg mit der Landesgartenschau (Laga) 2018 und vor allem danach ein Anziehungspunkt für Touristen werden? Antworten darauf soll eine Tourismusstudie geben, deren Eckpunkte jetzt umrissen werden. Die Fertigstellung ist für August/September vorgesehen.

Burg l Andrè Rosinski von der Freizeit und Tourismusberatung GmbH (ift) hat mittlerweile viele Seiten von Burg und der Region kennengelernt, nachdem das Potsdamer Unternehmen Anfang des Jahres begonnen hat, eine Tourismusstudie auf den Weg zu bringen (Volksstimme berichtete). Wie reizvoll die Landschaft ist, zeigte beispielsweise vor wenigen Tagen eine rund 30 Kilometer lange Tour auf dem Elberadweg zwischen Hohenwarthe und Ihleburg. Das Fazit ist eindeutig: Zwar ist eine Sanierung des Radweges unerlässlich, der Streckenverlauf an sich ein Pfund, mit dem auch Burg wuchern und Gäste anziehen kann.

Aber nicht nur der Elberadweg, der überhaupt deutschlandweit Jahr für Jahr mehr genutzt wird, bietet Chancen. Für die Tourismusexperten komme es ebenso darauf an, alle Besonderheiten der Stadt und der Region zu bündeln. "Burg hat kein Alleinstellungsmerkmal, deshalb ist es wichtig, ein spezielles Angebotsprodukt zu entwickeln", erläutert Rosinski. Welche einzelnen Schritte dafür hilfreich sein können, sind bislang in 15 Fachgesprächen, unter anderem mit Händlern und Beherbergungsanbietern, geführt worden. "Ziel muss es sein, das Potenzial, das hier zweifellos vorhanden ist, zu erschließen", verdeutlicht Rosinski. Dies werde nicht in einer Art Urlaubstourismus münden, aber in jedem Fall in Tagesbesuchen. Gerade für diese Art des Aufenthaltes müssten Stadt und Umfeld erlebbar gemacht werden. Vielfältige Möglichkeiten dafür bieten die Straße der Romanik, das Wasserstraßenkreuz, die historische Altstadt mit Gerberei und den Türmen sowie der Radtourismus, der spezielle Touren in und um Burg, wie am Elbe-Havel-Kanal, mit einbinden sollte. "Deshalb ist es unerlässlich, ein touristisches Leitsystem zu erarbeiten", sagt Rosinski.

Außerdem: In der Mitte des Jerichower Landes zwischen Magdeburg und Genthin am östlichen Kreisrand müsse für Burg auch die Frage gestellt werden, wie sich die Kreisstadt in kultureller Hinsicht ausrichten soll, was auch das professionelle Marketing einschließt. Nach Ansicht der Stadtverwaltung müsse es trotz der starken Bindung zu Magdeburg "einen goldenen Mittelweg" geben, der der besonderen Funktion von Burg als Kreisstadt gerecht werde, sagt Andrea Gottschalk, Sachgebietsleiterin Wirtschaftsförderung in der Stadtverwaltung.

In den restlichen Monaten bis zur Fertigstellung der Studie wird es sehr konkret, betonte Rosinski. Nicht nur, dass im Rahmen des touristischen Leitbildes Ziel und Strategien herausgearbeitet, auch die Punkte Stärken und Verzicht müssen definiert werden. "Wir werden nicht umhin kommen, Prioritäten festzusetzen", so Rosinski.

Eine Forderung sei in den bisherigen Gesprächen immer wieder und vehement aufgemacht worden: Die Burg-Information sollte wieder an zentralerer Stelle in der Stadt ihre Aufgaben wahrnehmen ...