Mit drei Projekten hat sich der Ortschaftsrat von Lübars in seiner Sitzung befasst. Investoren planen entlang der Bahnlinie zwischen Lübars und Drewitz eine Freiflächenphotovoltaikanlage. Beantragt wurden auch die Erweiterung der Altengrabower Ferkelaufzuchtanlage und eine Optimierung der Biogasanlage.

Lübars l Noch ist nichts entschieden, am Sitzungsabend wurden die drei Projekte erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Nötig ist für die drei Vorhaben eine Änderung des Flächennutzungsplanes (FPN), weswegen auch der Ortschaftsrat in das Verfahren einbezogen werden muss. Aus landwirtschaftlichen Flächen würde ein Sondergebiet mit Zweckbestimmung Photovoltaik und für den Bereich der Altengrabower Ferkelaufzucht und Mast würde ein Bebauungsplan aufgestellt werden. "Erfahrungsgemäß folgen Stadtverwaltung und Stadtrat danach den Empfehlungen der Ortsräte", so der Lübarser Ortsbürgermeister Walter Friedrich.

Zehn Millionen Euro Investitionskosten

Hinter den Projekten stehen Dr. Rudolf Lüdemann, der Geschäftsführer der Altengrabower Ferkelaufzuchtanlage und Mast bei Drewitz, sowie eine neu gegründete Solarpark Lübars GmbH. Letztere tritt als Investor für die geplante Photovoltaikanlage auf und will dazu Grundstücke von Rudolf Lüdemann pachten.

Das miteinander eng verbundene Projekt stellte Jeanette Lange von der Castus-Planungsfirma vor: Angedacht ist eine Freiflächenphotovoltaikanlage mit etwa 10 Megawatt Peak. Damit können etwa 4000 Haushalte versorgt werden. Die Module sind vier Meter hoch.

Dazu wäre es erforderlich auf einer Fläche von 17 bis 30 Hektar zahlreiche Solarmodule zu installieren. Das angedachte Gelände liegt zwischen Lübars und Drewitz. Es reicht entlang der Bahnlinie von der L 55 bis zur Ferkelaufzuchtanlage an der K 1229. Auf der anderen Seite der L 55 - westlich - grenzt ein Landschaftsschutzgebiet an.

Die Gewerbesteuer soll nach Aussagen der Investoren zu einem großen Teil nach Möckern fließen, jedoch erst nach erfolgter Abschreibung der Anlage.

Im Falle einer Umsetzung der Pläne soll es auch einen städtebaulichen Vertrag geben, in dem der Rückbau der Anlage geregelt ist. Die Kosten sollen als Bürgschaft hinterlegt werden. Für alle drei Projekte übernehmen die Investoren die entstehenden Kosten. Sie sprechen von 10 Millionen Euro Investitionskosten. Die Nutzungsdauer wird mit 20 bis 25 Jahren angegeben. Danach sei ein leistungsoptimierter Weiterbetrieb mit neuen Modulen nicht ausgeschlossen.

Leistung der Biogasanlage auf 100 Prozent bringen

Um eine Aufrüstung bestehender Technik geht es auch im zweiten Projekt. Das Unternehmen Dr. Lüdemann möchte seine vorhandene Biogasanlage optimieren, damit die hier eigentlich mögliche Leistung von 700 Kilowatt ausgeschöpft wird. Derzeit werden mit 2,3 Millionen Kubikmetern Gas jährlich 600 Kilowatt erzeugt. Nur diese Menge Gas darf die Anlage als sogenannter "privilegiertes" Landwirtschaftsunternehmen produzieren. Wenn für das Unternehmen ein Bebauungsplan aufgestellt wird (Voraussetzung ist auch hier der FPN), darf mehr Leistung produziert werden. Es gehe nicht um eine Vergrößerung, sondern um die Optimierung des Input-Materials, erklärte Rudolf Lüdemann.

Planungssicherheit für zwei neue Ferkelställe erbeten

Im dritten Projekt geht es um die Möglichkeit, auf der Altengrabower Ferkelaufzuchtanlage und Mast zwei neue Ställe errichten zu dürfen. Laut Geschäftsführer Lüdemann ist das Zukunftsmusik. Man wolle sich lediglich planerisch absichern, falls in Zukunft eine Erweiterung geplant sei. Derzeit gibt es hier drei Ställe, zwei davon für die Aufzucht von bis zu 7000 Ferkel. 4000 könnten dazu kommen, erklärte der bei Verden praktizierende Tierarzt den Lübarser Räten.

Man werde jetzt noch keine Stellungnahme abgeben, hatte der Lübarser Ortschef Walter Friedrich zuvor angekündigt. Kritik oder Protest äußerte am Sitzungsabend jedenfalls keines der Ortschaftsratsmitglieder.