Seit 1994 besteht der Austausch der evangelischen Gemeinde Burg mit der englischen Gemeinde Worcester. Die englischen Besucher wünschten sich bei ihrem diesjährigen Besuch in der vergangen Woche, eine deutsche Schrebergartenanlage zu sehen. Eine ganz besondere hat Burg zu bieten.

Burg l Ganz entzückt sind die Briten, als sie die Kleingartenanlage am Pietzpuhler Weg betreten. Englischen Rasen finden die Besucher hier nicht, dafür lockt ein Abstecher zu Imker Karl-Heinz Sperfeldt. Er erwartet die 25 englischen Gäste in seiner Parzelle und zeigt ihnen seine Bienen. Er erklärt den Engländern, wie die Insekten ihren Honig machen. Kosten dürfen die Briten die Arbeitsausbeute der Honigsammler natürlich auch. "Mhm, sehr intensiv", sagt Betty Whittaker, als sie den Lindenhonig probiert und füttert ihren Mann damit. Gut, dass sie gleich ein Glas Burger Honig mit nach Worcester nehmen kann.

Die Gäste und ihre deutschen Paten lachen, als Britta Simon, Vorsitzende des Gemeindekirchenrats in Burg, die beiden bei der "Fütterung" fotografiert. Sie begleitet den Austausch der beiden Gemeinden, der seit nun mehr 20 Jahren besteht. Alle zwei Jahre kommt eine Gruppe Engländer zu Besuch. Im Austausch fahren die Burger nach Worcester bei Birmingham, zwei Autostunden nordwestlich von London gelegen.

"Look, Martin, these beautiful tulipes", sagt Betty Whittaker zu ihrem Mann Martin. Die schönen Tulpen sind nicht der einzige Hingucker, in der "ältesten Burger Schrebergartenanlage", wie Lutz Blankenburg vom Vorstand der Burger Gartenfreunde erklärt.

"Conrad Tack hatte die Gärten 1894 für seine Arbeiter anlegen lassen", sagt Blankenburg. "Tack`sche Gärten" heiße die Gartensparte noch im Volksmund.

Auch ein Gärtchen mit einer Laube, so wie sie ursprünglich von den Arbeitern der Burger Schuhfabrik unterhalten wurde, zeigt Blankenburg den Gartenbesuchern.

Diese sind erstaunt von der Größe der einzelnen Parzellen. Gut 220 Quadratmeter Fläche stehen jedem Hobbygärtner zur Verfügung, erklärt Blankenburg. "Natürlich gibt es auch Kleingärten bei uns", sagt einer der Briten, Mel Curtis. Er betreibt in England eine Anlage mit 95 Gärten und hatte sich den Besuch bei den deutschen Kleingärtnern gewünscht. Er ist aber "shoked" (geschockt) von dem Standard der Häuser. Natürlich im positiven Sinne, erklärt er. In England seien die Häuser in solchen Anlagen bei weitem nicht so groß. Der 63-Jährige staunt außerdem über die vielen Obstbäume: "Die sind in englischen Kleingärten nicht üblich."

Das vierte Mal ist er schon in Burg, kommt gern wieder, erzählt Curtis. Das schöne an dem Austausch sei die Unterbringung in den Familien: "Wir sind Freunde geworden."

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