Wie kommt eigentlich der Wurm in die Kastanie? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Kinder der Kita "Käte Duncker" in den vergangenen Monaten. Ihr Projekt rund um die Kastanie ist nun für einen bundesweiten Forscherpreis nominiert.

Burg l Am Anfang war eine alte Kastanie. Die Knirpse der Kita "Käthe Duncker" hatten im Frühjahr 2013 beim Spielen Kastanien aus dem Vorjahr gefunden, die bereits auskeimten. Allerdings konnten die Kinder mit dem Keim noch nichts anfangen, löcherten ihre Erzieherinnen mit Fragen. Auch für einen Wurm hielten sie das, was da aus der Kastanie ragte. "Da haben wir uns entschlossen, gemeinsam mit den Kindern den Fragen rund um die Entwicklung der Kastanie nachzugehen", sagt Kita-Leiterin Manuela Kiwatt. Das Besondere an diesem Projekt liegt also darin, dass nicht eine Idee der Erzieher Ausgangspunkt für die Aktivitäten der Kinder war, sondern die Neugier der Knirpse.

Die Kastanien pflanzten die Kinder in Töpfe, stellten sie an verschiedene Plätze im Haus und davor und lernten so, wo und wie Kastanien am besten gedeihen. Dabei ergaben sich immer wieder neue Fragen, denen die Kinder nachgegangen sind. "Wir haben uns dabei sehr zurückgehalten, damit die Kinder ihre eigenen Erfahrungen machen konnten. Das war für uns hin und wieder richtig schwer, weil wir die Antworten auf die Fragen der Kinder ja kannten", gibt Manuela Kiwatt zu.

Gelernt haben während des Kastanien-Projektes übrigens nicht nur die Kinder: "Ich bin immer davon ausgegangen, dass Kastanien-Blätter fünf Finger wie eine menschliche Hand haben. Jetzt weiß ich, dass es auch welche mit sechs und sieben Fingern gibt", erklärt Manuela Kiwatt.

Ein Glücksfall für die Bewerbung um den Forscherpreis "Forschergeist 2014" war auch, dass die Fragen und Reaktionen der Kinder rund um das Wachstum der Kastanien von Beginn an gut dokumentiert wurden. Manuela Kiwatt sagt: "Oft hat man eine gute Idee und schreibt dann doch nicht alles nieder. In diesem Fall haben wir es getan und konnten so die Fortschritte von Kindern und Kastanien lückenlos aufschreiben." Auch in Bildern haben die Erzieher das Großziehen der Kastanien festgehalten.

Ohne diese lückenlose Dokumentation wäre die Bewerbung um den Preis nämlich um einiges schwieriger geworden. Nun sind Kinder und Erzieher ganz gespannt, ob es am 19. Mai mit dem Bundessieg in Berlin klappt. Aus Sachsen-Anhalt ist nur noch eine andere Kita für den Preis nominiert, die Kita "Georg Friedrich Händel" in Halle. Dort haben sich die Knipse mit der Entstehung von Tönen beschäftigt.

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