Ende der Woche wird eine hölzerne Statue den Alten Schuldamm in Lostau zieren. Ein Künstler aus Thüringen will aus einem Eichenstamm eine Schutzgöttin oder eine Schutzfee schaffen, die die Lostauer vor künftigen Hochwasserschäden bewahren möge.

Lostau/Möser l Matthias Wohlthat, ein Tischler aus Möser, hatte auf der jüngsten Sitzung des Lostauer Ortschaftsrates über die Vorbereitungen für dieses ungewöhnliche Projekt informiert. Er hatte die Idee, sozusagen als Wiedergutmachung. In den dramatischen Tagen des Hochwassers vom Vorjahr hatte Wohlthat in Magdeburg gemeinsam mit Tausenden anderen gegen die Flut gekämpft. Und dabei seinen Nachbarort Lostau ganz aus dem Auge verloren. Später war er zu erschöpft, um in Lostau noch helfen zu können. Da kam ihm, dem angehenden Hobby-Kettensägenschnitzer, die Idee zu dieser Skulptur. Anfertigen würde er sie selbst nicht. Dazu konnte er Dieter Krüger gewinnen, einen anerkannten Kettensägenkünstler aus Thüringen, der auch Wohlthats Schnitzlehrer ist.

Mit dem Ortsbürgermeister ist während des Kürbisfestes zum ersten Mal über die Idee gesprochen worden. Helmer Frommholz, so Matthias Wohlthat, sei von dem Projekt sehr angetan gewesen und wollte den Ortschaftsrat mit ins Boot holen. Außerdem musste sich jemand um die Organisation des Vorhabens kümmern. Das wollte Wohlthat gern übernehmen und zur Finanzierung die notwendigen Spenden einwerben.

Rund 2000 Euro würde die Figur ungefähr kosten, sagte er. Falls die Spenden nicht ausreichten, würde er den Fehlbetrag aus eigener Tasche ausgleichen.

Zwischenzeitlich hatte es in Lostau einige Disharmonien zu dem Vorhaben gegeben. Manche lehnten eine Göttin oder Fee ab, wollten lieber einen Neptun oder etwas haben, das an die Not und die Mühen der Flutopfer und Fluthelfer erinnerte. Dann, so Wohlthat, hätte man sich nach einem anderen Künstler umsehen müssen.

Derweil sind die Vorbereitungen weit fortgeschritten. Schon seit einiger Zeit liegt der gewaltige, rund zwei Meter hohe Eichenstamm bei Göttingen bereit. Er soll am Donnerstag, 8. Mai, angeliefert und auf einem Sockel arretiert werden. Bis dahin muss eine Entscheidung darüber gefallen sein, in welche Richtung die Figur schauen soll - zur Elbe oder ins Land. Einen Tag später erfolgen die Grobschnitte. Am Sonnabend geht es an die entscheidende künstlerische Ausführung. Am Sonntag wird zwischen 14 und 16 Uhr mit der Feinarbeit das Kunstwerk vollendet und übergeben. Dazu sind alle Bürger herzlich eingeladen. Der Radballverein hat die Ausgestaltung der Übergabe übernommen.

Dem Künstler kann jedoch jeder Zeit über die Schulter geschaut werden. Täglich wird er von etwa 10 bis etwa 16 Uhr vor Ort sein.